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Sefora Nelson

Über die Kraft der Liebe


Die Sängerin und Autorin im Interview

Sefora Nelson ist Liedermacherin, Sängerin, Autorin, Theologin, Ehefrau und Mutter. Auf ihren Konzerten beglückt und inspiriert sie ihre Hörer, mal schwäbisch witzig, mal emotional tief – aber immer echt: mit ihren Liedern und mit persönlichen Geschichten, die von Herzen kommen.

Liebe Sefora, es gibt bereits diverse Bücher zum bekannten Text des „Hohelieds der Liebe“. Was ist das Besondere an deinem Buch?
Ich würde sagen, es ist praktisch und realistisch.

Welche Text-Passage aus 1. Korinther 13 war für dich persönlich am Herausforderndsten beim Schreiben?
Der Vers „Liebe neidet nicht.“ Ich habe in meinem Leben Missgunst, die „kleine Schwester des Neids“, wie ich sie nenne, entdeckt – und festgestellt, dass ich nicht lieben und gleichzeitig neidisch auf jemanden sein kann. Das war schwer. 

Neid, Stolz, Unaufrichtigkeit, Verbitterung, Rachegefühle, Misstrauen und Ungeduld … du beschäftigst dich in deinem Buch mit vielen „Stolpersteinen“ auf dem Weg zur Liebe. Was davon ist die größte Herausforderung für uns Christen?
Ob ich das so pauschal sagen kann, wage ich zu bezweifeln, aber für mich stach, wie gesagt, der Neid bzw. die Missgunst heraus. Ich finde es so wichtig, dass wir unser Tun auch mal genauer hinterfragen. Wir machen vielleicht so vieles richtig, aber sollten uns öfter fragen: Was ist die treibende Kraft dahinter? Tun wir es aus Liebe? Diese Frage stellt sich dem ganzen frommen Aktionismus mutig entgegen, und wir sollten aufmerksam hinhören. 

In der Einleitung schreibst du: „Ich möchte lernen zu lieben. Von Grund auf, ganz neu. Verstehen, was Liebe ist – und was nicht.“ Wie würdest du nach dem Schreiben des Buches zusammenfassen, was du neu über die Liebe gelernt hast?
„Sieh den anderen und liebe ihn durch Gottes Kraft.“ Wir sind so ich-bezogen und verarmen letztlich daran. Gott zu lieben – mit allem, was ich habe –, ist der wichtigste, erste Baustein. Die Welt sagt: „Liebe dich selbst.“ Doch Gott sagt: „Liebe zuerst mich. Alles andere ist dann lediglich eine Folge dieser Liebe zu mir.“

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Foto: © Manuel Höfer

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Viele kennen dich vor allem als Musikerin. Und so war die Begeisterung groß, als du Ende letzten Jahres einige Online-Konzerte gegeben hast. Was hat dich dazu bewogen?
Als Ende Oktober der zweite Lockdown angekündigt wurde, hatte ich mit einem Schlag über zehn Events pro Monat verloren. Anders als beim ersten Lockdown, wo ich noch dachte: „Ein bisschen Entschleunigung tut jetzt jedem gut“, war ich dieses Mal wie vor den Kopf gestoßen. Ich sprach mit Gott darüber, wollte das dieses Mal einfach nicht hinnehmen. Ein dunkler Monat stand bevor. Wir sollten schweigen. In mir wuchsen ein heiliger Zorn und der Entschluss, eben nicht zu schweigen. Meiner Berufung als Ermutigerin musste ich doch gerade jetzt nachkommen! Ich war die vielen Wohnzimmer-Konzerte für lau leid. Ich wollte eine langfristige Lösung finden. Für mich sind Online-Konzerte eine geniale Idee, von denen nicht nur das Publikum profitiert, sondern auch die Techniker, die Beleuchtungsprofis, die Kameramänner, die Veranstaltungsorte und die Künstler. 

Planst du weitere Veranstaltungen in dieser Art?
Wir planen, in 2021 jeden ersten Sonntag im Monat ein weiteres Online-Event zu veranstalten, mit neuen Themen, Special Guests und mit neuen Liedern. Man spart sich die Anfahrt, darf laut mitsingen und kann sich das Konzert auch noch am nächsten Tag anschauen. Für mich ist das immer ein Erlebnis, zu sehen, wie online alle zusammenkommen.

Allen Herausforderungen der letzten Monate zum Trotz: Welche positiven Erlebnisse haben dich in der letzten Zeit geprägt?
Die ausgedehnte Zeit mit der Familie! Das war und ist so schön. Wir haben zum ersten Mal gemeinsame Andachtszeiten mit Lobpreis und Austausch gemacht. Ich konnte meine Mitarbeiterin aufgrund der Online-Konzerte wieder anstellen und schon vielen durch diese Idee ein Segen sein. Geben dürfen, vorangehen … was für ein Segen für mich!

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