Alles für die Wahrheit

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Reformation bei SCM

600 Jahre Konstanzer Konzil

Am 27. April 2014 ist in Konstanz das Konzilfest zum 600-jährigen Jubiläum eröffnet worden. Es wird über vier Jahre gefeiert und setzt im Jubiläumsjahr 2015 den Schwerpunkt auf Gerechtigkeit. In diesem Zuge würdigt es den Theologen und Reformer Jan Hus.

Was war das Konstanzer Konzil?

1409 stritten drei unterschiedliche Päpste um die Macht des kirchlichen Oberhauptes. Die Christenheit war in ganz Europa geteilt und immer wieder kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen unter den Anhängern. Schließlich berief König Sigismund das Kirchenkonzil im neutralen Konstanz ein, um die Kämpfe zu beenden.

Zwischen 1414 und 1418 trafen sich die Verantwortlichen (Bischöfe, Kardinäle, Gesandte) immer wieder in Konstanz, setzten mit der Zeit alle Päpste ab und wählten 1417 Martin V. zum neuen Papst.

Ein weiterer Schwerpunkt war der politische Dialog verfeindeter Reiche. In Konstanz kamen Vertreter aus dem Deutschen Orden, Polen, Litauen, England und Frankreich zusammen, um inmitten kriegerischer Auseinandersetzungen nach Lösungen zu suchen.

Vom theologischen Standpunkt aus bot das Konzil die ideale Plattform, reformatorischen Bewegungen Einhalt zu gebieten. Die Kirche verurteilte die Lehren von Jan Hus, John Wyclif und Hieronymus von Prag. Hus und Hieronymus wurden hingerichtet; Wyclif war schon seit Jahrzehnten tot, dennoch wurden seine Gebeine ausgegraben und verbrannt. Nach ihm wurde Wycliff e.V. benannt, die Organisation, die sich um die Übersetzung der Bibel in alle Sprachen der Welt bemüht.

Der Reformator Jan Hus

"Das aber erfüllt mich mit Freude, daß sie meine Bücher doch haben lesen müssen, worin ihre Bosheit geoffenbart wird. Ich weiß auch, daß sie meine Schriften fleißiger gelesen haben als die Heilige Schrift, weil sie in ihnen Irrlehren zu finden wünschten."(Jan Hus)

Am 6. Juli 1415 wurde der böhmische Reformator als Häretiker von der Vollversammlung des Konstanzer Konzils zum Feuertod verurteilt. Schon am Nachmittag wurde er zusammen mit seinen Schriften auf dem Brühl verbrannt. Dieser 6. Juli markierte das irdische Ende eines großen Theologen, der in vielerlei Hinsicht die Grundlagen für die Reformation hundert Jahre später legte.

Viele Elemente in Jan Hus' Biografie erinnern an Martin Luther: Geprägt von Wyclifs Schriften, stellte er die Lehren der Kirche in Frage, prangerte Missstände im Klerus an, vor allem den weltlichen Besitz der Kirche und die Habgier der Kirchenoberen. Und er setzte sich für Gottesdienste in der Volkssprache ein. Die Nähe zu seiner Gemeinde war ihm wichtig, unter anderem führte er in seinem Amt als Priester im Gottesdienst das gemeinsame Singen auf Tschechisch ein.

1408 erhielt Hus vom Prager Erzbischof das Verbot zu predigen, doch er ignorierte diese Anweisung, stellte sich weiterhin öffentlich gegen Papsttum und Bischöfe und hatte bald fast ganz Böhmen hinter sich.

Vom Papst verbannt floh er 1411 auf eine Burg in Böhmen, wo er daran arbeitete, die Bibel zu übersetzen.

Am 3. November 1414 erreichte Hus Konstanz, um vor dem Konstanzer Konzil seine Lehren zu verteidigen. Er wurde gefangen genommen und in den ersten Monaten unter elenden Bedingungen eingesperrt. Da dem Klerus aber daran lag, dass Hus seine Lehren widerrief, verlegte man ihn aus gesundheitlichen Gründen nach einiger Zeit in ein erträglicheres Quartier. Da Hus es aber konsequent und beständig ablehnte, seine Glaubensüberzeugungen zu verleugnen, wurde er am 6. Juli 1415 zum Tod verurteilt.

Die Dokumentation "Alles für die Wahrheit" zeichnet das Leben des beliebten Prager Theologen bis zu seiner Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen eindrucksvoll nach.

Alles für die Wahrheit

Zum 600. Todestag des Theologen Jan Hus

Alles für die Wahrheit!
Im Juli 2015 jährt sich der Tod von Jan Hus zum 600. Mal. Diese Doku zeichnet das Leben des beliebten Prager Theologen bis zu seiner Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen eindrucksvoll nach. Viele Elemente in Jan Hus' Biografie erinnern an Martin Luther: Er stellte die Lehren der Kirche in Frage, prangerte Missstände im Klerus an und setzte sich für Gottesdienste in der Volkssprache ein. Vom Papst verbannt floh er 1411 auf eine Burg in Böhmen, wo er daran arbeitete, die Bibel zu übersetzen. Doch 1414 wurde er während des Konstanzer Konzils gefangen genommen ...
Die beeindruckende Biografie eines großen Theologen

Das Film ist 2013 im SCM Verlag erschienen.

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