Die Gehilfin des Buchdruckers

Die Gehilfin des Buchdruckers

Reformation bei SCM

Wie war das eigentlich damals zur Zeit der Reformation?

Wie lebten Luther und seine Zeitgenossen? Was beschäftigte sie, was glaubten sie? Stephanie Rapp hat einen spannenden, bewegenden Roman über das Mittelalter geschrieben, den wir hier vorstellen.

Die Gehilfin des Buchdruckers

Deutschland um 1500: Martin Luther, ein einfacher Mönch, erzählt von Vergebung und stellt alles, woran die Menschen bisher glaubten, auf den Kopf. Tödliche Geheimnisse, ewige Verdammnis und unbeirrbare Liebe verflechten die Lebenswege von Mägden und Herren, von Kirchenmännern und Laien. Mitten in den Unruhen versuchen Lisbeth und Lucas Strom, ihre Familie zu retten, und riskieren dafür alles. Ihre Tochter Lena, Gehilfin des Buchdruckers Peter Schöffer, trägt unfassbare Schuld. Doch sie zu beichten, würde ihr Leben für immer zerstören.
In ihrer Saga um die Familie Strom zeichnet Stephanie Rapp das großartige Porträt einer Epoche, die unsere Welt bis heute prägt.

Das Buch ist 2015 im SCM Verlag erschienen.

18,95 €

Glaube im Spätmittelalter

Von Stephanie Rapp

Die Menschen im Spätmittelalter waren in der Regel gläubig und lebten ihre Frömmigkeit aus. Sie rechneten dabei mit einer handfesten Belohnung für Gebete, Bußwerke, Spenden und Pilgerfahrten: Gnade von Gott.

Himmel, Hölle, Fegefeuer

Der frühe Tod und die Ewigkeit standen den Menschen im Spätmittelalter stets vor Augen. Man ging davon aus, dass keiner so gerecht stirbt, dass er sich seine Errettung verdient hätte und direkt in den Himmel käme; er musste sich die Errettung erst noch durch Abbüßen der Sünden im Fegefeuer erarbeiten. Nach einer individuell festgelegten Zeit im Fegefeuer kam man in den Himmel. Um überhaupt ins Fegefeuer und anschließend in den Himmel zu gelangen, brauchte es zu Lebzeiten Beichte, Bußwerke, Absolution und Eucharistie (Abendmahl). In die Hölle kam man, wenn man eine Todsünde begangen hatte und dafür keine Bußwerke getan hatte. Man stellte sich den Himmel genauso streng hierarchisch gegliedert vor wie die damalige Gesellschaftsstruktur. Deshalb setzte man auf berühmte Himmelsbewohner als Fürsprecher bei Gott. Maria entwickelte sich zu einer solch mächtigen Gestalt, dass man dachte, man brauche auch für sie eine Fürsprecherin. So betete man zu Marias Mutter, Anna, obwohl der Name in der Bibel gar nicht genannt wird. Daraus entwickelte sich der Annenkult, der auch in Luthers Herkunftsfamilie eine Rolle spielte.

Fegefeuer

Für die Seelen der Menschen im Fegefeuer konnten Messen gelesen werden. Während der Messe strömte die Gnade von Gott direkt an den Verstorbenen im Fegefeuer und verkürzte seine Zeit. Die Reichen stifteten Kirchen, wo ein angestellter Priester Gebete für die Seelen der geliebten Verstorbenen aufsagte, die Ärmeren gründeten Bruderschaften, die für die Verstorbenen beteten. Es war ein Bündnis zwischen Toten und Lebenden: Die Lebenden profitierten von dem Geld der Toten und die Gestorbenen von den Gebeten der Lebenden. Auch im Alltag gab es dieses Tauschgeschäft: Ein Reicher gab einem Bettler Almosen und im Gegenzug betete der Bettler für die Seele des Gebers. Wer Geld an ein Hospiz spendete, erwartete, dass die Kranken für seine Seele Fürbitte taten. Ging man über eine Brücke, betete man für die Seele des Erbauers. Deshalb investierten Reiche gerne in Brücken ? eine sichere Anlage für die Verkürzung des Fegefeuers. Außerdem kam dieser Tauschhandel allen zugute, denn Brücken lagen oft an Grenzen und befanden sich somit in niemandes Zuständigkeitsbereich. Das Fegefeuer war zeitlich begrenzt: Man büßte seine individuelle Zeit ab oder aber man würde spätestens am Tag des Jüngsten Gerichts aus dem Fegefeuer befreit.

Ablass

Man glaubte, dass es Heilige gab, die das Fegefeuer übersprungen hatten, weil sie viele Werke getan und stark gelitten hatten. Sie hatten nicht nur genügend Verdienst für sich selbst gesammelt, sondern von ihrem Verdienst war sogar noch etwas übrig. Dieser Überschuss wurde in einer Kiste verwahrt, zu der nur der Papst den Schlüssel besaß. Er verteilte ihn als Ablass. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts war der Ablasshandel streng geregelt, nur bestimmte Sündenstrafen konnten durch Geld erlassen werden. Als Rom jedoch immer mehr Geld für den Bau des Petersdomes benötigte, wurden diese Regeln nach und nach gelockert: Auch ohne Beichte vor einem Priester konnte der Sünder die Strafe durch Kauf eines Ablassbriefes tilgen.

Papst

Er war der höchste Gnadenspender und das Oberhaupt der Kirche ? das garantierte jedoch nicht, dass er gottesfürchtig lebte. 1492 erkaufte sich Rodrigo Borgia die Stimmen, um zum Papst gewählt zu werden. Er wurde Papst Alexander VI. Man sagte ihm Orgien nach und vermutete, dass er seine Kardinäle vergiften ließ. Es kursierte auch das Gerücht, dass er eine Affäre mit seiner Tochter hätte, mit der er auch ein Kind haben sollte. Noch als Siebzigjähriger hatte er eine über vierzig Jahre jüngere Mätresse. Sein Nachfolger Julius II. kannte keine Skrupel, Menschen zu töten. Martin Luther nannte ihn deshalb einen ?Blutsäufer?. Sein Nachfolger Papst Leo X. war mit sieben Jahren ordiniert worden. Er blieb sein Leben lang Agnostiker.

Priester

Der Papst ordinierte Bischöfe, diese ordinierten Priester. Die Priester wiederum hatten das konkrete Ausgießen von Gnade in der Hand: durch die Sakramente, die sie spendeten, floss Gnade zu den Menschen. Nur 30-50% der Gemeindepfarrer besaßen einen Universitätsabschluss. Manche verstanden nicht, was sie auf Lateinisch ablasen oder auswendig rezitierten. Die Pfarrer lebten davon, dass sie ein Zehntel der landwirtschaftlichen Erträge ihrer Gemeinde erhielten. In der Praxis wurde jedoch oft ein Großteil dieser Einnahmen von anderen kirchlichen Institutionen vereinnahmt, besonders von Klöstern.

Messe

In jeder Messe wurde das Abendmahl zelebriert. Oftmals gab es einen Hochaltar und zudem noch zwei andere Altäre an den Seiten, sodass möglichst viele Messen für verstorbene Wohltäter abgehalten werden konnten, manchmal sogar gleichzeitig. Weil viele Menschen nicht lesen konnten und die Messe, die auf Latein gelesen wurde, nicht verstanden, waren die Kirchen mit Bildern geschmückt: In manchen Kirchen prangten an der Decke verwesende, aufgedunsene Menschenkörper, in denen sich Würmer wanden. Eine andere Wandmalerei zeigte Trunkenbolde und Glücksspieler, neben denen die Jungfrau Maria ihren toten Sohn in den Armen wiegt, während jede Sünde dem Leib Christi eine neue Wunde zufügt. Den Gottesdienst zu besuchen, war Bürgerpflicht. Die angesehenen Bürger saßen in den vordersten Reihen auf geschnitzten Stühlen. Frauen auf der linken, Männer auf der rechten Seite. Die ärmeren Menschen mussten stehen. Die Messe wurde gesungen, Predigten gab es eher selten. Sie dauerte bis zu vier Stunden, nach drei Stunden wurde das Abendmahl gefeiert. Man glaubte, dass durch das Abendmahl das Opfer von Christus immer wieder vollbracht wurde, sodass mit jedem neuen Opfer die neuen Sünden abgehandelt wurden. Der Priester stand am Hochaltar, den Rücken der Gemeinde zugewandt, schluckte die Brotoblate und trank von dem Wein. Die Gemeinde sah ihm dabei zu. Es genügte, der Liturgie des Abendmahls beizuwohnen und dem Priester zuzuschauen, allein dadurch floss Gnade zu den Zuschauern. Die Menschen selbst nahmen nur ein bis zwei Mal im Jahr das Brot zu sich, jedoch nie den Wein. Man hatte Angst, dass ein Bauerntölpel das wertvolle Blut Jesu verschüttete. Man glaubte tatsächlich, dass es sich dabei um richtiges Blut handelte, das während der Messe verwandelt wurde. Es kursierten Geschichten, dass Leute echtes Fleisch und Blut auf dem Altar gesehen hätten. Die Verwandlung geschah jedes Mal, wenn der Priester während der Messe die Worte ?Hoc est corpus meum? sprach. Die Menschen verstanden kein Latein ? was sie sich jedoch merken konnten, waren die Worte: ?Hokuspokus?. In manchen Gegenden wurden dem verwandelten Brot und Wein magische Kräfte zugeschrieben. Es kam vor, dass Bauern nach der Messe das restliche Brot und den Wein stahlen und es auf den Feldern verteilten.

Heiligenkult

Überall in Europa gab es Schreine und Reliquien. Durch das Pilgern zu den Reliquien erarbeitete man sich Verdienste, die das Fegefeuer verkürzten. Man betete aber nicht nur während der Pilgerfahrten zu den Heiligen, sondern auch im Alltagsleben. Christus war der strenge Richter, deshalb wandte man sich lieber an jemanden, der milder war und eine gute Beziehung zu Jesus hatte, zum Beispiel Maria oder deren Mutter Anna. Das Anbeten der Heiligen entsprach nicht der offiziellen Lehre: Maria und die Heiligen sollten verehrt, aber nicht angebetet werden. Doch wie sollten die ungebildeten Menschen den Unterschied verstehen, zumal die Kirchen voller Bilder waren? Auch Luther betete bis 1507 zu Maria und den Heiligen. Als er seine erste Messe halten musste, überkam ihn Angst ? zum ersten Mal sollte er mit dem Richter reden. In Wittenberg sammelte Kurfürst Friedrich der Weise 19000 Reliquien und stellte sie in neun Gängen in der Burgkapelle aus: Teile des Felsens, auf dem Jesus stand, als er für Jerusalem betete; 35 Splitter vom Kreuz; Stroh von der Krippe; eine Strähne des Bartes Jesu; ein Nagel vom Kreuz; ein Stück Brot vom letzten Abendmahl; ein Zweig vom brennenden Busch; Milch von Maria; Haare und Kleiderfetzen von Maria; Haare und Zähne von Heiligen; ein Stück vom brennenden Busch; ein komplettes Kinderskelett eines der Kinder, die Herodes umbringen ließ. Für die Bewunderung eines jeden Stückes bekam man 100 Tage im Fegefeuer erlassen.

Anrufen der Heiligen

Für jedes Problem gab es einen Heiligen, an den man sich wandte:

  • der Heilige Hugo, ein ehemaliger Bischof aus Grenoble (? 1132) gegen Kopfweh,
  • der Heilige Zeno (? 371), wenn Kinder schlecht laufen und sprechen lernen,
  • der Heilige Quirin, ein römischer Märtyrer (? 130), bei Bein- und Fußleiden, Gicht, Lähmung, Eitergeschwüren, Pest, Ohrenschmerzen, Kropfleiden, Pocken, Fisteln, Knochenfraß, Hautausschlag, Augenleiden und Pferdekrankheiten.
  • Für den Krebs war der Heilige Beatus zuständig,
  • vor Zahnschmerzen bewahrte die Heilige Medard (? 560),
  • von Blähungen befreite der Heilige Martin (? 397),
  • vor Zuckungen schützte der Heilige Claudius (7.Jh.),
  • vor Bettnässen der Heilige Vitus (? 304) und
  • vor Durchfall der Heilige Germanus (? 448).
  • Gegen die Pest konnten mehr als 20 Heilige angerufen werden
  • bei der Geburt standen mindestens 35 Heilige hilfsbereit zur Seite.

Aberglaube

Im ausgehenden Mittelalter rechneten die Menschen überall mit übernatürlichen Zusammenhängen. Selbst beim Essen musste man aufpassen: Auf keinen Fall aß man am Fastnachtstag Suppe, denn sonst würde einem das ganze Jahr lang die Nase laufen. Dann doch lieber Milchhirse, denn das brachte Geld. Dumm nur, wenn man die Hirse auf dem Markt kaufen musste, denn der Weg dorthin konnte tückisch sein: Wenn einem eine alte Frau begegnete oder jemand, der einen Eimer Wasser nach Hause schleppte, musste man wieder umkehren, denn diese brachten Unglück. Fand man, nach Hause zurückgekehrt, jedoch Geld auf der hölzernen Diele, konnte man doch wieder zum Markt gehen, denn das brachte Glück. Wie gut, wenn einem dann auch noch ein Reiter oder ein Mistwagen begegnete ? der Tag war gerettet. Sah man jedoch einen wandernden Handwerker oder einen Studenten, kehrte man doch lieber schnell wieder nach Hause zurück, um das Werkzeug ins Haus zu räumen. Denn sicherlich würde bald ein Sturm aufziehen.

Beichte

Bei der Beichte stellte der Priester Fragen wie: ?Tust du deine Gebete, Almosen und religiösen Rituale, um andere zu beeindrucken oder um Gott zu gefallen?? ? ?Hast du gegen Gott aufbegehrt wegen Wetter, Krankheit, Armut, Tod eines Kindes oder eines Freundes?? Es war wichtig, dass man die Sünden wirklich bereute und nicht nur bezwecken wollte, in den Himmel zu kommen.

Mönch

Obwohl viele Mönche nur aus Mangel an Alternativen ins Kloster gingen, zum Beispiel, weil sie jüngere Söhne ohne Erbe waren, gab es auch solche, die spirituelle Erfahrungen suchten. Wenn man Mönch wurde, wurde man reingewaschen wie ein Baby bei der Taufe. Sogar manchen hohen Herren, die auf der Suche nach einem geistlichen Neuanfang waren, erschien dies als die Lösung ihrer Probleme: Prinz Wilhelm von Anhalt zum Beispiel wurde Franziskanischer Mönch ? er hungerte und peitschte sich zu Tode. Auch Luther war vor der Reformation äußerst hart zu sich selbst. Während seiner sechsstündigen Beichten verpasste er die Gebete. Die musste er dann aufholen.

Rom

Eine Pilgerreise nach Rom lohnte sich, weil man dort auf engstem Raum und in kürzester Zeit viel Gnade verdienen konnte. Hier konnte man sogar Reliquien von den Aposteln bewundern. Man konnte dort für sein eigenes Seelenheil oder das seiner Lieben die Messe lesen lassen, natürlich gegen Bezahlung. Der Andrang war so groß, dass die Priester das Abendmahl in doppelter Geschwindigkeit zelebrierten ? dabei sprachen sie so schnell, dass man fast nichts verstand. Manchmal lasen sogar zwei Priester die Messe gleichzeitig. Scala Sancta war angeblich die Treppe, die Jesus zu Pontius Pilatus hochstieg. Wenn man jede Stufe küsste, konnte man eine Seele seiner Wahl vom Fegefeuer befreien. Bekannt war auch ?Die Jungfer von Augsburg?, eine ältere Frau: Angeblich lebte sie von der Messe allein.

Quelle: kleio.org; Michael Reeves: The Unquenchable Flame; Diarmaid MacCulloch: Die Reformation
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Stephanie Rapp

Ein paar Fragen an die Autorin

Stephanie Rapp, Jahrgang 1973, studierte Anglistik und Erziehungswissenschaften und arbeitet als freiberufliche Lektorin und Autorin. Sie wohnt mit ihrer Familie in der Nähe von Heidelberg.

Wie sind Sie auf das Thema gekommen? Wollten Sie schon immer einen Roman über das Mittelalter schreiben?
Reformation fand ich schon immer spannend. Schon als Kind habe ich an Gott geglaubt, fühlte mich aber immer unwürdig und nicht gut genug. Ich erinnere mich, dass ich als Jugendliche im Studierzimmer meines Großvaters saß - er war Pfarrer in der Landeskirche - und die Bibel aufschlug. Ich las die Stelle aus Römer 5,8 und war tief berührt. Dass wir Gott nichts bringen müssen und er uns aus Gnade annimmt, wie wir sind, ist eigentlich die Botschaft der Reformation. Und so oft vergessen wir es und meinen, wir müssten etwas leisten.
Was war die größte Herausforderung beim Schreiben?
Der Verlag bat mich, einen Roman zu schreiben, der mehrere Generationen überspannt. Das war für mich eine Herausforderung, denn wenn man Figuren und Handlungen über eine Erzählzeit von dreißig Jahren spannend, bunt und voller Gefühle gestalten will, muss man sich die Geschichte und die Verwicklungen vorher gut überlegen.
Wie haben Sie für den Roman recherchiert?
Die Recherche hat riesig Spaß gemacht. Das Thema hat mich richtig gepackt. Ich erkundete Worms, folgte einer verkleideten Henkerstochter durch Heidelberg, sah mir im Bauernkrieg-Museum in Böblingen die Lebenswelt der Bauern an, wälzte ein halbes Jahr lang Bücher und las alte Texte in Frakturschrift.
Gab es die Personen im Buch wirklich? Wenn ja: Wer waren die? Wenn nein: Wie sind diese Figuren entstanden?
Den Druckermeister Peter Schöffer ? eine der Hauptfiguren im Buch ? gab es wirklich. Er ist ein außergewöhnlicher Mann, der eigentlich mehr Bekanntheit verdient hätte, doch seltsamerweise scheint er in der Geschichtsschreibung zwischendurchgerutscht zu sein. Er druckte die allererste englische Bibel und brachte anschließend die erste vollständige Bibel auf Deutsch heraus, noch vor Erscheinen der Lutherbibel. Wir kennen seinen Namen heute fast nur noch in einem anderen Zusammenhang: Als er nach Worms zog, verkaufte er sein Haus in Mainz, den Schöfferhof, an eine Brauerei. Daher die Marke ?Schöfferhofer?. Neben Peter Schöffer treten weitere historische Personen auf: Luther, Tyndale, ?der letzte Ritter? Franz von Sickingen und Kurfürst Ludwig V. von der Pfalz. Den Leibherrn und die Bauernfamilie Strom habe ich mir ausgedacht, während ich über das Leben der Leibeigenen und Ritter recherchierte. Ich versuchte mir vorzustellen, wovon eine Bäuerin damals träumte, was sie fürchtete und welche Gefühle die Familien wohl dazu getrieben haben, einen Krieg zu beginnen.
Was denken Sie über Martin Luther?
Ich bewundere ihn. Er hat die Wahrheit auf den Tisch gebracht. Ich glaube, dass ihm 1517 gar nicht bewusst war, was er da lostrat. Er brachte etwas Gewaltiges ins Rollen und musste sich dabei gezwungenermaßen mitentwickeln, ob er wollte oder nicht. Durch die Anfeindungen, die er erlebte, musste er immer klarer Position beziehen, forschte immer mehr in der Bibel, wurde immer mutiger und konsequenter, nahm sogar das Risiko in Kauf, als Ketzer verbrannt zu werden. Wie er an den Herausforderungen wuchs und sich dabei allein an Gott hängte, das beeindruckt mich.
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