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von peedee (Veröffentlicht am 25.01.2026)
Grossartig!
Stephan Maria Alof engagiert sich seit Jahrzehnten für die katholische Kirche. Der Glaube ist ihm seit jeher wichtig, doch sein Wunsch, katholischer Priester zu werden, war aufgrund seiner offen gelebten Homosexualität nicht möglich. Alof interessiert sich für viele Dinge und sorgt dafür, immer wieder Neues – auch oder gerade in Bezug auf die Kirche – zu wagen. Die verlogene Doppelmoral von vielen katholischen Amtsträgern ist ihm zuwider; da er darüber nicht den Mantel des Schweigens legt, eckt er bei einigen an. Hier erzählt er aus seinem (Glaubens)Leben.
Erster Eindruck: Ein sympathischer Mann lächelt einem auf dem Cover entgegen; Buch- und Untertitel gefallen mir sehr gut.
Vorneweg (ja, immer gleich mit der Tür ins Haus stolpern): Ein grossartiges Buch! Mir ist der Glaube wichtig, aber ich bin keine grosse Kirchgängerin. Ich kenne Stephan Maria Alof nicht persönlich, aber ich konnte ihm bei so vielen Dingen einfach nur beipflichten. Was Alof aus seinem Engagement rund um die Kirche St. Maximilian in München erzählt, begeistert mich. Und aus der Zusammenarbeit mit Pfarrer Rainer Maria Schiessler (von ihm warten bereits zwei Bücher bei mir darauf, gelesen zu werden) entstehen offensichtlich wunderbare, aussergewöhnliche Dinge. Kirche darf auch Spass machen!
Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche – ein dunkelschwarzes Kapitel! Einerseits wollen die fehlbaren Personen ihren Glauben repräsentieren und die Gläubigen auf den rechten Weg führen, aber andererseits tun sie selbst schlimme Dinge, die das Leben von anderen dauerhaft verändern! Genau: Wasser predigen, Wein trinken! Das Schlimmste ist, wenn publik wird, wie viele höhere Instanzen über diese Fälle Bescheid wussten, aber alles vertuscht haben! Puh, ich sehe gerade meinen inflationären Gebrauch von Ausrufezeichen, aber dies zeigt eben auch meine Empörung. Und dann das: Frauen dürfen keine hohen Ämter in der katholischen Kirche bekleiden – weshalb nicht?
Der berufliche Weg von Alof ist nicht geradlinig, muss er aber auch nicht: Zuerst Krankenpfleger mit Wunsch, katholischer Priester zu werden, dann Gastronom (er eröffnet u.a. „Maria“, „Josef“ und „Jessas“), zurück in die Pflege und dann kümmert er sich um Bestattungen. Und dazu: ehrenamtlicher Kirchenpfleger. Hut ab!
„Und wenn die Theologen und Glaubenspräfekte der Kirche sagen: ‚Du darfst die Oblate keinem Nicht-Katholiken geben‘, ist mir das so was von wurscht. Ich halte mich an Christus und sein Vorbild. Punkt. Amen.“
Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und mir hat der Schreibstil sehr gefallen. Von mir gibt es wohlverdiente 5 Sterne.
PS: Ich habe für dieses Jahr eine Reise nach München geplant und da werde ich der Kirche St. Maximilian doch auch einen Besuch abstatten (seit Ostern 25 ist sie jedoch aus Bausicherungsmassnahmen vorübergehend geschlossen). Vielleicht schaffe ich es ja auch, einen Gottesdienst mit Pfarrer Schiessler zu besuchen – wer weiss?
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