Sünde (Buch - Gebunden)

Was Menschen heute von Gott trennt

4 Sterne

Sünde (Buch - Gebunden)

Was Menschen heute von Gott trennt

Was ist Sünde? Thorsten Dietz gibt eine Antwort für Menschen von heute. Er zieht Bilanz, wie Sünde in der Vergangenheit erklärt wurde, und lädt zu einer Entdeckungsreise mit sieben Stationen ein. Jede Station, jedes Schlagwort, zeigt uns, was uns heute von Gott trennt.

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Artikelinformationen

Artikelbeschreibung

Blind! Hart! Süchtig! Selbstlos! Reich! Sicher! Träge!
Ist das wirklich alles Sünde? Der Begriff ist sperrig und unbequem. Über Sünde kann man nicht am grünen Tisch diskutieren. Sie betrifft jeden und trotzdem fällt es schwer, zu erklären, was genau sie ist.
Thorsten Dietz gibt eine Antwort für Menschen von heute. Er zieht Bilanz, wie Sünde in der Vergangenheit erklärt wurde, und lädt zu einer Entdeckungsreise ein. Anhand von sieben Schlagwörtern zeigt er, was uns heute von Gott trennt.
Jeses Kapitel enthält ein aktuelles Filmbeispiel und eignet sich somit besonders gut für Andachten in Kleingruppen und Hauskreisen.
"Mir hat die kluge Lektüre den Spiegel vorgehalten, den Blickwinkel verändert und mich unaufdringlich genötigt, mich dem trennenden Potenzial dieser sieben Gefahren zu stellen."
Jürgen Mette, Theologe, Bestseller-Autor und Referent
"Es lässt sich heute über Sünde schreiben, ohne dass es beschwichtigend, peinlich oder langweilig wäre. Sie sollten dieses Buch lesen - aber Vorsicht: Sie werden es vor dem Ende nur schwerlich wieder beiseitelegen können."
Dr. Michael Diener, Präses Ev. Gnadauer Gemeinschaftsverband und Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz

 

Stimmen zum Produkt
  • 5 5
    „'Will man am Christentum festhalten' – und es besteht kein Zweifel, dass der Evangelische Theologieprofessor Thorsten Dietz genau dies im Sinn hat – 'dann kann es um nicht weniger als darum gehen, den christlichen Glauben neu zu entdecken, zu befreien aus so mancher problematischen Verengung', schreibt Dietz. Eine solche Neuentdeckung wagt er ausgerechnet an dem gesellschaftlich ebenso unter Generalverdacht stehenden wie theologisch anspruchsvollen Begriff der Sünde. Das ist durchaus riskant, denn der Begriff taugt wie kaum ein anderer für hitzige Debatten, die bis weit außerhalb kirchlicher Milieus geführt werden. Das überaus lesenswerte Ergebnis, das Dietz mit seinem Buch ‚Sünde – Was Menschen heute von Gott trennt‘ nun präsentiert, beschert den Leserinnen und Lesern eine zeitgemäße und zugleich theologisch fundierte Rekonstruktion des Sündenbegriffs. Der Text argumentiert scharfsinnig, setzt humorvolle Akzente. Dietz beweist, dass es zu den Aufgaben der Ethik gehört, vor der Moral zu warnen und er tappt glücklicherweise nicht in die Falle einer individualistischen Morallehre. Stattdessen legt er den „beziehungskategorialen Kern“ des Begriffs frei und versteht Sünde auch soziologisch als eine Art 'Verstricktsein', dem niemand entkommen kann. In einer globalisierten (nach-)modernen Welt, in der alles mit allem zusammenzuhängen scheint, taugt ein solcher Sündenbegriff durchaus, den christlichen Glauben – und mit ihm die Idee einer versöhnten Welt – neu zur Sprache zu bringen.“
    (Prof. Dr. Stefan Jung, Professor für Management und Organisation an der CVJM-Hochschule Kasse)

    „Darf es einem Spaß machen über Sünde zu reden? Ja, wenn man das Buch von Thorsten Dietz gelesen hat auf jeden Fall. Denn Dietz schreibt differenziert und klar über ein großes und schweres Thema und dies auch noch federleicht und gut verständlich. Großartig kann ich da nur sagen und: Pflichtlektüre für alle, die sprachfähig werden wollen über ein wichtiges Thema, über das heute gerne geschwiegen wird.“
    (Tobias Faix, Autor, Professor für Praktische Theologie und Leiter des Instituts empirica)

    „Da erreicht mich in einem dringend benötigten Urlaub die Anfrage, ob ich zu diesem Buch ein paar Worte schreiben könnte. Alles in mir sträubt sich: nicht jetzt und auch nicht zum Thema Sünde. Die einen interessiert das Thema nicht und die anderen wissen es eh besser …
    Aber dann fange ich an zu lesen und … kann nicht mehr aufhören. Ich stoße nicht auf theologische Richtigkeiten, die nochmal enzyklopädisch beruhigend aufgelistet werden, sondern da schreibt einer, der die ganze Dogmatik durchdrungen hat und nun geradezu beseelt davon ist, nicht nur den Begriff, sondern die unaufgebbare Bedeutung von Sünde für Menschen unserer Zeit neu zu erklären und zu gewinnen. Ich werde entführt in die Welten von Harry Potter, Herr der Ringe, Matrix, Star Wars, Breaking Bad, lese von Luther, Barth, Bonhoeffer und oh je, Dorothee Sölle, ich begegne Papst Franziskus, hintergründigem Humor und ernsthaften Anfragen zu Kapitalismus und Fundamentalismus. Und am Ende steht mir neu Christus vor Augen und ich weiß zutreffender über Sünde zu sprechen, weil ich an Gnade, Vergebung und Versöhnung glaube.
    Es geht also wirklich – es lässt sich heute über Sünde schreiben, ohne dass es beschwichtigend, peinlich oder langweilig wäre. Sie sollten dieses Büchlein lesen – aber Vorsicht: Sie werden es vor dem Ende nur schwerlich wieder beiseitelegen können.“
    (Dr. Michael Diener, Präses Ev. Gnadauer Gemeinschaftsverband und Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz)


    Blind! Hart! Süchtig! Selbstlos! Reich! Sicher! Träge! - So lauten die Grundworte, mit denen Thorsten Dietz beschreibt, wie wir heute von Sünde sprechen können. Der Professor für Systematische Theologie legt nicht nur ein kluges, geistreiches und dennoch gut verständliches Buch vor - sondern er unternimmt mit seinen Lesern auch eine spannende und aufregende Expedition, bei der niemand vor Überraschungen sicher ist und jede und jeder ins Nachdenken über das eigene Leben geführt wird. Dietz ist offenbar ein herausragender Kenner moderner Filme und Bücher und entwickelt mit ihrer Hilfe in der Diskussion um die Sünde eine einzigartige Tiefenschärfe. Er überwindet die lähmende Sprachlosigkeit gegenüber dem Phänomen Sünde, aber auch die gängigen Klischees und Schubladen, in die in frommen Szenen zielsicher meist die anderen gesteckt werden. "Moralische Glaubwürdigkeit gewinnt man nicht anders als in selbstkritischer Aufarbeitung eigener Verfehlungen." Dieses Buch hält den Lesern einen klaren Spiegel vor, und wir tun gut daran, erst einmal selbst hineinzublicken, bevor wir andere mit ihm betrachten wollen. Dietz' Analyse ist dabei wohltuend frei von Besserwisserei und lädt zu einem barmherzigen Umgang mit sich selbst und anderen ein. Die Perspektive der Erlösung am Ende des Buches richtet überraschend unorthodox den Blick auf Jesus Christus. Ich werde dieses Buch wohl mehrmals lesen!
    Dr. Christoph Schrodt |AUFATMEN


    „Ein Buch über Sünde? Muss das sein?
    Ja, es muss sein. Weil dieses Buch nicht zum vorhersagbaren Genre der ‚Fore-the-bible-tells-me-so‘-Literatur gehört, wo man schon ahnt was raus kommt, bevor man rein geht. Das „heute“ im Titel macht den Unterschied. Wer den Luther-Preisträger und Professor für Systematische Theologie an der Evangelischen Hochschule Tabor und Privatdozent an der Theologischen Fakultät der Philipps-Universität Marburg kennt, wird das so harmlos wirkende Stichwort „heute“ als Zugangscode überraschender Einsichten begreifen. Wagt der Autor tatsächlich, den emotional und ideologisch überfrachteten Begriff Sünde zu kon-textualisieren? Lauert da etwa eine Abrechnung mit dem heute so beliebten Schlachtruf ‚Sünde muss wieder Sünde genannt werden!‘?
    Der Autor präsentiert sieben neue Sünden. Neu im Sinne von wieder entdeckt. Und schon bahnt sich Ungemach an: qualifiziert der Autor den klassischen Sündenkatalog ab, um ein neues zeitgeistkonformes Sündensortiment über zu qualifizieren?
    Nein, macht er nicht!
    Er versucht das Thema von Jesus her zu denken. Dabei geht es nicht um ihn, sondern um uns.
    Im ersten Kapitel beschreibt er den Begriff Sünde als beschädigten Code. Sünde als Missbilligung mit einem Augenzwinkern: Flensburger Sünden, Modesünden, Ernährungs-sünden. Und er geht der atheistischen Argumentation nach, dass das Christentum nur dann funktioniere, wenn es auf Sünde beruhe.
    Unter den Stichworten Entmündigung, Abwertung und Anmaßung bohrt Dietz gleich tief. Wie soll das gehen, den Sünder zu lieben und die Sünde zu hassen? Und schon sind wir mit der Lektüre in der Gegenwart. Thorsten Dietz würde uns keine Abhandlung offerieren, die im Nirwana theologischer Richtigkeiten verschwindet.
    Im zweiten Kapitel erzählt der Autor leicht und doch gründlich die Geschichte der Sünde und kommt zu der Einsicht, dass die Berufung auf die Religion als Garant der Moral in Gesellschaften, die keine gemeinsame Glaubensgrundlage kennen, nicht mehr funktioniert.
    Ab dem dritten Kapitel erörtert der Autor die ‚neuen‘ Sünden: blind, hart, süchtig, selbstlos, reich, sicher und träge. Mit dieser Selektion hätte keiner gerechnet. Die Auswahl-kriterien erschließen sich nicht auf Anhieb. Was folgt, ist eine ausgesprochen freundlich werbende und kenntnisreiche Darlegung dessen, was uns heute von Gott trennt. Dietz ist in der Welt der modernen Phantasie-Literatur zu Hause, von Harry Potter über Tolkien bis Matrix. Dieses Genre ist zwar nicht meine Welt, aber der belesene Autor und bekennende Fan von Starwars und Breaking-Bad bedient sich reichlich aus diesem Regal und nimmt seine Leser mit auf die Reise in seine Literatur- und Filmwelt. Das wird nicht jedes Gemüt erreichen, aber man spürt den Sinn der Übung: Thorsten Dietz sendet auf der Höhe der Zeit, er hat Zeitgenossen vor Augen, die er unaufdringlich in seine erfrischend anderen Ideen hineinzieht. Der reiferen Leserschaft dient er tiefschürfend mit Exkursen zu Kierkegaard und Bonhoeffer.
    Aus dem Kapitel ‚sicher‘ hier ein beispielhaftes Update zur Sünde der Überlegenheit:
    ‚Christen können nicht im Ernst erwarten, dass irgendjemand die mögliche Wahrheit ihres Glaubens erwägt, wenn sie den Gedanken seiner möglichen Falschheit nicht zulassen wollen. Mir scheint es für heutiges Christsein geradezu unverzichtbar, die Möglichkeit des Zweifels ernst zu nehmen. Wie wollen Christen glaubwürdig dafür werben, mit der Möglichkeit des Glaubens zu rechnen, wenn sie selbst die Option des Unglaubens als völlig indiskutabel hinstellen? Wer selbst nicht bereit ist, in den Abgrund zu schauen, wer von der Möglichkeit eigener Selbsttäuschung gar nichts wissen will, wie kann der glaubwürdig andere darauf hinweisen, dass ihr Unglaube – Gott sei Dank – eine Selbsttäuschung sein könnte?‘
    Mit einem Fußnoten-Zitat von Papst Franziskus möchte ich meine Erlebnisreise in die Vorab-Lektüre zusammen fassen:
    ‚Mir ist eine ‚verbeulte’ Kirche, die verletzt und beschmutzt ist, weil sie auf die Straßen hinausgegangen ist, lieber, als eine Kirche, die aufgrund ihrer Verschlossenheit und ihrer Bequemlichkeit, sich an die eigenen Sicherheiten zu klammern, krank ist.‘
    Möge dem ‚Update der Sünde‘ eine eifrige Leserschaft beschert sein. Mir hat die kluge Lektüre den Spiegel vorgehalten, den Blickwinkel verändert und mich unaufdringlich genötigt, mich dem trennenden Potenzial dieser sieben Gefahren zu stellen.“

    (Jürgen Mette, Theologe und Autor)


    Wir „sündigen“ viel. Unsere Sprache ist voll von „Sünden“ aller Art. Gleichzeitig gibt es eine massive Abwehr aller als moralisch empfundenen Rede von Sünde. Kaum noch jemand möchte sich etwas vorschreiben, geschweige denn sich oder sein Handeln be- oder gar verurteilen lassen.
    Wir stecken als Christen im Dilemma. Müssen wir nicht einerseits festmachen, was „böse“ ist, weil es dem Leben schadet? Können wir es andererseits noch? Wie sieht in diesem herausfordernden Umfeld eine christliche Lehre von der Sünde aus, die (a) sensibel ist, (b) substantiell ist und schließlich auch (c) schriftgemäß oder besser: evangelisch?
    Um es gleich zu sagen: Thorsten Dietz gelingt es vorzüglich, diesen drei Anforderungen gerecht zu werden. Sensibel wird (im ersten Kapitel) nicht nur unsere Sprache abgehört, sondern unsere moderne Lebenswelt durchmustert, vorzugsweise durch Bezüge und Zitate von Kino, Film, Literatur. Auch anspruchsvolle Bezüge zu Religionskritik und Philosophie fehlen nicht, bleiben aber immer verständlich. Schon durch diese ständigen Bezüge auf Dinge, die wir kennen, entsteht der wichtige Eindruck: Sünde ist nichts Abseitiges; wir gehen mit Phänomen um, die wir kennen und die uns beschäftigen. Das alles passiert in einem gar nicht moralischen Ton. Immer wieder blitzt auch der Humor des Autors auf. So wird die Lektüre zum Thema Sünde zu einer ernsthaften, aber alles anderen als bitterernsten Sache.
    Im zweiten Kapitel durchmustert der Autor die klassischen Antworten und sichert deren Gewinn für heute. Sünde ist in der Tradition u.a. Misstrauen, Schuld, Maßlosigkeit, Verführung und Zielverfehlung. Es zeichnet das Buch aus, dass es bei diesen heute zumindest teilweise schwer zugänglichen Antworten aber nicht stehen bleibt. Was Vf. in sieben (!) weiteren Kapiteln vorlegt, ist dann eine brandaktuelle, die Schnittpunkte unseres gesellschaftlichen Lebens und der entsprechenden Diskussionen fokussierende und darum um ihre Relevanz nicht ringen müssende Sündenlehre für die Moderne und Postmoderne. „Blind“, „Hart“, „Süchtig“, „Selbstlos“, „Reich“, „Sicher“, „Träge“ – so lauten die Überschriften. Die Adjektive sind „Hits“, Treffer. Sie bringen uns die Knackpunkte unserer saturierten mainstream-Lebensweise richtig nahe. Diese Sündenlehre ist substantiell, bedrängend aktuell, ohne die Ausflucht in Bestimmungen von Sünde zu erlauben, die für die allermeisten der Leser nur ein Alibi darstellen würden: Gewalt, Totschlag, Betrug – das ist sicher böse, aber das sind wir ja nicht.
    Ist das nun nicht doch alles ein bisschen viel „Sünde“? Vf. meistert die Herausforderung, seine Leser über 200 Seiten lang mit diesem alles andere als populären Thema zu beschäftigen, nicht nur durch zahllose, die Darstellung auflockernde und illustrierende Zitate aus dem Fantasy-Kanon heutiger heiliger Schriften, von Der Herr der Ringe, über Krieg der Sterne bis hin zu Harry Potter. Die modern-postmodern erschlossenen Phänomene von Sünde sind verbunden mit ebenso modern-postmodern ganz alltäglichen Entlastungen, wie sie der christliche Glaube spezifisch erschließt. Es blitzt in jedem Kapitel auf, wo und wie Glaube an Christus weiterhilft, eine Lösung von Sünde bedeuten kann. Nach allem schenkt der Vf. am Ende einen Ausblick, der verhindert, dass wir uns auf Sünde fokussieren, dass wir vor lauter Beschäftigung mit ihr nicht mehr von ihr loskommen. Dietz stellt uns im Schlusskapitel Jesus als den vor, der der Sünde ein Ende gemacht hat und dessen Leben, Sterben und Auferstehn – bei allem tatsächlichen Gewicht der Sünde – die Hoffnung begründet, dass sie mal kein Thema mehr sein wird.

    Heinzpeter Hempelmann (deutscher evangelischer Theologe und Philosoph)

    "... Ich habe das Buch mit Gewinn gelesen (und das, ohne die meisten der herangezogenen Filme je gesehen zu haben). Trennung von Gott – diese Formel hat viele Facetten. Hier werden sie, für heutige Leser, ausgeleuchtet. Sprachgewalt und Sachkenntnis des Vf. sind beeindruckend. Nicht überzeugt hat mich sein Urteil, der Code sei „hoffnungslos beschädigt“. Dann wäre ja auch dieses Buch vergeblich. Sünde als Schuld, das scheint ein Problem zu sein, aber ist das wirklich so? Bei anderen finden wir Schuld doch schnell. Schließlich: Den anschaulich besprochenen Fehlhaltungen (s.o.) entsprechen doch menschliche Fehlverhalten, also Handlungen. Ist es bereits moralisierend, darauf hinzuweisen, dass das Neue Testament auch auf der Ebene von Handlungen sehr konkrete Urteile fällt? Dennoch: Dieses Buch eignet sich hervorragend dafür, in Hauskreisen diskutiert zu werden. Es gräbt tief, beschreibt verständlich, fordert heraus und macht Christus groß, der allein von Sünde erlöst."
    Prof. Dr. Christoph Raedel | AfeT Arbeitskreis für evangelikale Theologie

    Nach einer Einführung in den Begriff der "Sünde" und einem Überblick über ihre Geschichte nimmt der Marburger Tabor-Professor die Leser in sieben Stationen mit auf eine spannende Entdeckungsreise in die Welt moderner Ausdrucksformen von Sünde. Nacheinander steuert er Blindheit, Härte, Sucht, Selbstlosigkeit, Reichtum, Sicherheit und Trägheit an. Abgeschlossen werden die Betrachtungen mit Leitsätzen wie etwa "Öffne mir die Augen, dass ich sehe" oder "Berühre mein Herz". Unterwegs spielt Thorsten Dietz Filme wie Matrix, Star Wars, Herr der Ringe und Harry Potter ein, bevor auf der Zielgeraden Jesus als der Augenöffner, Erbarmer, Freie, Verbundene, Arme, Mutige und Aufregende in den Fokus kommt, der mit diesen Charaktereigenschaften gegen alle Sünde steht. Die Darstellung kreist so nicht um die Sünde an sich, sondern nimmt sie aus der Perspektive ihrer Überwindung wahr. Entstanden ist dabei ein durchaus anspruchsvolles und zuweilen provozierendes, aber durchgängig Mut machendes Buch von einem zielsicheren Autor, der mit allen Wassern gewaschen ist und dabei auch Freude am Querdenken hat.
    SANDRO GÖPFERT | 3E echt. evangelisch. engagiert. Das Ideenmagazin für die Kirche.
Zusatzinformationen
  • ISBN: 9783417267846
  • Auflage: 5. Gesamtauflage (1. Auflage: 06.09.2016)
  • Seitenzahl: 224 S.
  • Maße: 14 x 21,5 x 1,8 cm
  • Gewicht: 404g
  • Preisbindung: Ja
  • Sachgebiet: Glauben/Nachfolge

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Leseprobe

Bewertungen

  • 5/5 Sterne

    Ein altes Thema neu aufbereitet

    von
    „Wenn wir nicht lernen, so von Sünde zu reden, dass Menschen sich aufrichten statt sich wegzuducken, dann verfehlen wir dieses Thema.“

    Thorsten Dietz ist genau das gelungen: so über Sünde zu reden, dass Menschen sich aufrichten statt sich wegzuducken. Das ist angesichts des geschichtlich sehr negativ konnotierten Begriffs eine beachtliche Leistung. Daher war auch ich in einem positiven Sinne sehr überrascht von dem Buch. Der Leser wird nicht angeklagt oder verurteilt, im Gegenteil: jegliche Verurteilung mit dem vorwurfsvollen Hintergrund der Sünde wird skeptisch betrachtet. Es handelt sich hierbei um ein äußerst sensibles Thema, da wohl viele Menschen durch engstirnige Deutungen und herabwürdigende Kommentare vorbelastet sind. In den meisten Gemeinschaften wird ein völlig anderer Begriff von Sünde vertreten als der, welchen ich hier kennenlernen durfte. Ein oft unreflektiertes und unerklärtes, aber ständig über mir schwebendes Unheil, dem ich ausgeliefert bin und das ich auch noch selbst verschuldet habe. Ganz im Gegensatz dazu steht dieses Buch, welches aus meiner Sicht sehr, sehr wichtig ist. Wie kann man es schaffen, über Sünde zu sprechen, ganz ohne ein schlechtes Gewissen? Über Sünde zu sprechen, und dabei Mut zu machen? Thorsten Dietz ist dies gelungen. Nicht nur, dass eine solche Haltung gegenüber der Sünde sehr viel gesünder ist, sie schafft auch eher die Bereitschaft, sich ernster damit auseinanderzusetzen, als alle Vorwürfe es je zuwege bringen würden. Mir haben sich viele neue Perspektiven eröffnet. Ich fühlte mich im wahrsten Sinne des Wortes wohl beim Lesen, und das nicht etwa, weil es sich hier um platte Wohlfühlseelsorge handelt, sondern weil der Autor mich als Leser feinfühlig an die Hand nimmt.
    Bezogen auf viele aktuelle bekannte Bücher bzw. Filme führt er uns Konzepte vor Augen, die allgegenwärtig sind, aber nur zu sehr vertraut. Anschauliche Beispiele sorgen dafür, dass auch der theologisch nicht so versierte Leser gut folgen kann. Lasst euch von der Notwendigkeit überzeugen, althergebrachte Konzepte neu zu überdenken anstatt sich von einer neuen, anderen Zeit abzuwenden.

    In seinem Buch geht der Autor ebenso selbstkritisch wie sensibel mit einem der prägendsten Themen in vielen religiösen Lebenserfahrungen um. Mein Fazit: Von dieser Art wünsche ich mir viel mehr Bücher. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen, tatsächlich sowohl christlichen Lesern als auch solchen, die noch auf der Suche sind. Lasst euch dabei auf keinem Fall vom Titel abschrecken. Seht ihn als das Versprechen einer ernsthaften Auseinandersetzung mit einer antiquierten Vorstellung.

  • 3/5 Sterne

    Eine zeitgemäße Betrachtung des Sündenbegriffs

    von
    Cover und Aufmachung:
    ----------------
    Auf dem Titelbild ist die Schlange als passendes Sündensymbol abgedruckt. Auf dem Hardcover hebt sie sich glänzend optisch ab und ist somit ein optimaler, passender Blickfang für das Thema.
    Schön ist auch, dass sich dieses Symbol am Anfang jeden Kapitels befindet und thematisch durch das Buch begleitet. Sehr gelungen!

    Inhalt:
    ---------
    Thorsten Dietz versucht, dem Begriff der Sünde auf die Spur zu kommen. Woher kommt der Begriff, was meint er und wie kann man den Begriff auf die heutige Zeit anwenden?
    Mit Hilfe von Beispielen aus Filmen, aktuellen Ereignissen und persönlichen Erlebnissen begibt er sich mit dem Leser auf Spurensuche.

    Mein Eindruck:
    ----------------
    Am Anfang war ich sehr begeistert von dem Buch. Jeder kennt das Wort "Sünde", aber kaum einer weiß, was es wirklich bedeutet. Man kennt die "Sieben Todsünden" oder den "Sündenfall von Adam und Eva", die von der Schlange verführt wurden und man kennt die "Zehn Gebote" und dass Verstöße dagegen Sünde bedeuten können. Aber man kennt auch Lieder wie "Wir sind alles kleine Sünderlein" und das Wort Sünde aus Sprüchen wie "Die kleinen Sünden bestraft der liebe Gott sofort." Sünde hat neben theologischen Auslegungen auch eine moralische Komponente. Beide Seiten versucht der Autor hier zu beleuchten, die historische Entwicklung des Sündenbegriffs zu beschreiben und mithilfe aktueller Beispiele für die Gegenwart auszulegen.
    Besonders der erste Teil hat mir gut gefallen, er ist locker und gut nachvollziehbar geschrieben und mit den o. g. bekannten Beispielen konnte ich was anfangen, da ich sie in meiner Jugend oft gehört habe. Neben den Sieben Todsünden und den Verfehlungen der 10 Gebote geht der Autor dann weiter und interpretiert Sünde als nicht Vertrauen auf Gott bzw. einer fehlenden Beziehung zu Gott. Dies kann in vielen Facetten geschehen, wie z. B. man ist blind für das richtige, wahre Leben, das Herz ist erhärtet und man ist nicht liebesfähig, man ist süchtig nach den falschen (weltlichen) Dingen. In den weiteren Kapiteln werden noch Selbstlosigkeit, (weltlicher) Reichtum, extremes Sicherheitsbedürfnis und Trägheit behandelt.
    So interessant ich die Ansichten hierzu fand, so schwerfällig waren diese Kapitel zu lesen. Der Autor nennt für meinen Geschmack zu viele Filmbeispiele, beschreibt diese vor allem zu ausführlich und zitiert sehr oft daraus, sodass es mir oft schwerfiel, den roten Faden zu erkennen. Dadurch hatte ich beim Lesen oft das Gefühl, ich weiß nicht (mehr) worauf der Autor hinauswill. Ich habe öfter zurückgeblättert, weil ich wieder vergessen hatte, wie denn die Ausgangsfrage des Kapitels war. Das fand ich schade, denn so kam die Botschaft nur sehr schwer bei mir an. Ich hatte mir mehr Schwung und Präzision versprochen, die ich besonders im mittleren Teil nicht gefunden habe. Auch die Übergänge zwischen den Kapiteln wirken etwas holprig, so als wolle der Autor verschiedene Aspekte der Sünde behandeln, wusste dies aber nicht gut miteinander zu verbinden.
    Erst gegen Ende gibt es ein paar Zwischenbetrachtungen und Fazite, durch die man als Leser wieder abgeholt wird und versteht, was die vorangegangenen Kapitel aussagen wollten. Davon hätte ich mir am Ende jeden Kapitels zuvor mehr gewünscht.
    Insgesamt hat mir die Idee des Buches sehr gut gefallen. Die Ausführungen des Autors fand interessant und haben mich das Thema "Sünde" mit anderen Augen sehen lassen und zum Nachdenken angeregt. Daher bin ich dankbar, dieses Buch gelesen zu haben. Über den Stil des Autors, die Themen zu behandeln, den mir oft nicht erkennbaren roten Faden und die vielen Filmbeispiele kann man streiten, aber ich fand es recht anstrengend zu lesen. Nachdem ich das schwungvolle erste Kapitel gelesen hatte, hatte ich das Buch so nicht erwartet.

    Fazit:
    ----------------
    Lädt zum Nachdenken über die vielen Facetten der Sünde ein - interessant, aber leider etwas langatmig und ausschweifend geschrieben
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