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von Michael (Veröffentlicht am 12.12.2025)
TobyMac und das Leben
TobyMac ist kein Jungspund mehr. Dass die Legende der christlichen Rock- und Popmusik schon weit jenseits der Fünfzig ist, hat man lange Zeit kaum gemerkt, angesichts des Schwungs und der funkigen Leichtigkeit vieler seiner Alben. Doch nicht nur das Alter, auch Leben und Schicksalsschläge haben den Ex-DC-Talk-Sänger eingeholt, wie man auf diesem Live-Album deutlich merkt.
Schon das vorletzte Album "Elements" stellte eine musikalische Zäsur im Schaffen TobyMacs und seiner Band DiverseCity dar. Es ging um die Stürme im Leben, um die Elemente, die in inneren und äußeren Kämpfen um uns toben und die Hoffnung, die im Glauben an Jesus liegt. Trotz aller ernsteren Themen und weniger Partysounds endete "Elements" mit Songs wie "Hello Future" und "See The Light" thematisch auf einer hoffnungsvollen Note.
In der Zwischenzeit ist einiges passiert. TobyMacs Sohn Truett, der auf mehreren Alben witzige Rap-Duette mit seinem Vater beisteuerte, starb durch eine Überdosis. Das Image des frommen Strahlemanns passt ob der Tragik und Trauer nicht länger zum Künstler, doch er findet einen bewundernswerten Umgang damit, indem er Verletzungen und Schmerzen in berührende Musik umsetzt. In Songs wie "21 Years" zeigt sich ein neuer Tiefgang, der selbst den gelungenen Balladen früherer Alben abgeht.
Die neuen Arrangements der übrigen Titel, größtenteils von den letzten beiden Alben "Elements" und "This Is Not A Test" greifen diese Stimmung auf, auch die Show ist etwas weniger spektakulär als in der Vergangenheit, das Setting im Vergleich zu den gigantischen Bühnen der letzten Liveaufnahmen vergleichsweise intim. Schon der Auftakt ist weniger Show sondern eine kurze Vorstellung der Band, bevor "I Just Need U" startet. (Wer die DVD zur CD schaut wird übrigens feststellen, dass es eigentlich der letzte Song auf der Setlist ist, doch in dieser Anorndung funktioniert es ebenfalls.)
Die großen Partykracher und Evergreens wie "Jesus Freak" oder "Be In The Light" sind nicht mehr dabei, die Songauswahl und ihre Umsetzung ruhiger geworden. Neue Fans wird das wohl kaum generieren, doch es passt zur Diskografie, in der TobyMac neben seiner gewohnten Mischung aus Rock, Pop, Soul und Funk immer wieder Neues ausprobiert hat. Die üblichen Stilelemente sind weiterhin vertreten, nur das Tempo etwas reduziert. Für Fans, die Tobys Laufbahn seit DC Talk neugierig verfolgen eine Wiederentdeckung und eine neue Facette seines musikalischen Schaffens, vielleicht so persönlich wie nie zuvor.
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