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Bewertungen
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von annislesewelt (Veröffentlicht am 25.06.2022)
zu Herzen gehender und erschütternder Lebensbericht
Naftalis Weg und Leben haben mich erschüttert und fassungslos dasitzen lassen. - Er war ein Kind und ging einen grausamen Weg für den es keine Worte gibt.
In diesem Buch sind seine Erinnerungen zusammengetragen. Beginnend mit seiner Kindheit in der Slowakei, den immer schwerer werdenden Zeiten, der Deportation in die Konzentrationslager und zum ende hin über den Neubeginn nach dem Krieg.
Er beschreibt liebevoll und warm das Familienleben und den innigen Zusammenhalt, er erzählt von den täglichen Grausamkeiten - Dinge die niemand sehen, geschweige denn erleben sollte und die er doch als gerade mal 12-jähriger überlebt.
Ich war beim lesen dieses Buches immer wieder fassungslos und zutiefst berührt, In mit tobten die verschiedenen Gefühle, ich war traurig, wütend, ängstlich, hoffnungsvoll, bewegt, nachdenklich und erschreckt.
Naftali Fürst schreibt einfach und schlicht unterbrochen durch Kapitel in denen die Sicht und die Erlebnisse seiner Eltern und seines Bruder geschildert werden.
Dieses Buch ist ein Buch der Erinnerung und ich habe es mit Respekt und Wertschätzung gelesen obwohl es mir anfangs nicht leicht fiel in diesen Schreibstil, mit seinen Sprüngen in den Perspektiven, in den Zeiten und den kleinen Wiederholungen, reinzukommen.
Doch ich gewöhnte mich dran und diese Kleinigkeit trat in den Hintergrund.
Dieser Lebensbericht ist abgerundet durch einige Fotos und es macht die Menschen realer, greifbarer und gibt dem Buch eine Schwere die kaum zu tragen ist.
Gegen das Vergessen - lest dieses Buch. -
von julzpaperheart (Veröffentlicht am 13.08.2021)
Alles was das Böse benötigt um zu triumphieren, ist das Schweigen der Mehrheit.
„Aber durch Sie habe ich verstanden, was mir in jahrelangem Geschichtsunterricht nie klar wurde: dass hinter all diesen Schwarz-Weiß-Fotos lebendige Menschen stehen, die diese Geschichte am eigenen Leib erfahren haben.“ (S. 22)
Das Buch „Wie Kohlestücke in den Flammen des Schreckens“ erschien als erweiterte Neuausgabe zum 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz und Buchenwald im Neukirchener Verlag. Der darin enthaltende Lebensbericht von Naftali Fürst und seiner Familie hat mich sehr bewegt und zum Nachdenken angeregt.
Das Buch beschreibt das Leben von Naftali und Shmuel Fürst und der Familie der beiden Brüder aus der Slowakei in der Zeit vor der grausamen NS-Zeit, währenddessen und auch danach.
Ich hatte zunächst Probleme, mich an den Schreibstil zu gewöhnen, da das Buch aus Shmuels und Naftalis Perspektive geschrieben ist und hin und wieder weitere Briefe, Aussagen und Berichte dazwischen aufgeführt wurden. Es war sehr interessant die Einzelschicksale der Familie Fürst und ihren Verwandten zu verfolgen. Der Autor gewährt einen sehr genauen Einblick in die damaligen Umstände und Leben der Betroffenen.
Beim Lesen empfand ich so viele Emotionen, die ich einfach nicht kontrollieren konnte:
- Wut, über die Menschen, die solch Gräueltaten verrichteten und über jene, die jahrelang hinwegsahen
- Trauer, über all den Schmerz, Verlust und die grausamen Tode vieler Menschen
- Ekel, vor all den schrecklichen Ereignissen, Taten und vor allem der Zustände und Umstände der Lager, Transporte und Lebenssituationen der Juden in dieser Zeit
- Mitleid, für alle Betroffenen, vor allem Familien, Alte, Kranke und Kinder.
Ein Zitat, das ich mir markiert habe und mir sehr wichtig geworden ist: „Und doch- von Rettung kann keine Rede sein, wir sind Überlebende, Kohlestücke, die in den Flammen des Schreckens nicht völlig verbrannt sind.“ (S. 26)
Es ist so wichtig, sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Das Buch hat mehr Aufmerksamkeit verdient, ich kann das Buch jedem weiterempfehlen!
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