Die Tochter des Zementbarons (Buch - Gebunden)

5 Sterne

Die Tochter des Zementbarons (Buch - Gebunden)

Blaubeuren 1914, Anna Kran, Tochter aus reichem Haus, ist überzeugte Nationalistin und verursacht in ihrem Übereifer für Deutschland zu Beginn des 1. Weltkrieges unbewusst viel Leid. Erst als Krankenschwester öffnet sich ihr durch einen verletzten Fremden ein Weg, ihre Schuld wieder gutzumachen.

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Details

Artikelinformationen

Artikelbeschreibung

Blaubeuren 1914: Der Erste Weltkrieg steht kurz bevor. Anna Kran, 22-jährige Tochter eines Zementwerkbesitzers und Nationalistin durch und durch, möchte einen Beitrag für ihr Vaterland leisten. Ihr Vorhaben: Lazarettschwester werden! Doch ihr Vater traut ihr diese Arbeit nicht zu.
In ihrem Eifer, ihren Vater von ihrer Tatkraft und Selbstbestimmtheit zu überzeugen, verursacht sie unbewusst Leid: Ein sozialistisch beeinflusster, aufständischer Zementwerkmitarbeiter muss ihretwegen an die Front, seine hochschwangere Frau bleibt mittellos zurück.
Erst als Anna im Lazarett den verletzten Vikar Hans Wilhelm kennenlernt und ein tragischer Schicksalsschlag Annas nationalistische Haltung ins Wanken bringt, erkennt sie ihre Schuld. Doch wie weit kann sie Hans Wilhelm und auch dem Gott, der um sie wirbt, ihr Herz öffnen?
"Das fesselnde Romandebüt einer jungen Autorin: Stimmungsvolle Landschaftsbilder auf der einen und die grausame Realität des ersten Weltkriegs auf der anderen Seite vermitteln eine Botschaft von Hoffnung und Gottvertrauen und ermutigen dazu, Verantwortung zu übernehmen. Eine Geschichte, die bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren hat ..." Dorothea Morgenroth, Autorin

 

Zusatzinformationen
  • ISBN: 9783765536656
  • Auflage: 06.09.2022
  • Seitenzahl: 368 S.
  • Maße: 13 x 20,5 x 3 cm
  • Gewicht: 548g
  • Preisbindung: Ja
  • Sachgebiet: Erzählungen/Romane

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Bewertungen

  • 4/5 Sterne

    Ein Debütroman mit erstaunlicher Entwicklung und etlichen Überraschungen

    von
    Was für ein wundervoller Debütroman, der einem ganz intensiv zeigt, wie wichtig es ist, nie vorschnell zu verurteilen oder sich von der Masse mitreißen zu lassen, ohne die genauen Fakten zu kennen oder die Folgen zu überdenken.

    Gleichzeitig musste auch ich meine anfängliche Abneigung gegen die egoistische, uneinsichtige Art Annas korrigieren, denn durch ihre Geschichte bewirkt die Autorin auch bei jedem Leser ein Umdenken.

    Die spannungsgeladene Gegenüberstellung von wohlhabendem Bürgertum und den einfachen Lohnarbeitern, deren Unzufriedenheit immer mehr hochkocht macht sie durch die genau passenden Charaktere so greifbar und authentisch.

    Man wird sofort in die Handlung reingezogen, teils faszinierend aber manchmal auch fassungslos - eine ganz spezielle Mischung und doch so gut, weil es so viele Emotionen weckt.

    So traurig die Entwicklung zwischenzeitlich ist und auch Anna auf teilweise sehr schmerzhafte Weise lernen muss, gewisse Ansichten zu überdenken und sich von Gott formen zu lassen, so ergreifend und eindrucksvoll wird dies geschildert.

    In Verbindung mit dem 1.Weltkrieg und der zahlreichen Lieder und Briefe von Soldaten, entsteht eine Geschichte, die einen noch lange beschäftigt hält, die die ganze Sinnlosigkeit von Krieg und Standesdenken verdeutlicht und es durch einen ganz besonderen Satz passend zusammenfasst: "Und doch kann Gott noch gute Dinge aus Fehlern wachsen lassen. Keiner ist perfekt." (Buchzitat)

    Je tiefer man eintaucht, desto mehr erlebt man, wie die Ereignisse immer mehr verknüpft werden. Es ist anfangs wie ein Puzzle aus vielen Teilen, das nach und nach durch Erleben und Korrektur wieder zu einem wunderschönen Gesamtbild zusammengefügt wird.

    Ein empfehlenswerter historischer Roman zur Zeit des 1.Weltkriegs mit tollem Lokalkolorit in Blaubeuren, der auf ganz unterschiedliche Art christliche Werte hervorhebt, die langsam, aber stetig wachsen und für so manche Überraschung sorgen.
  • 5/5 Sterne

    Der Glaube zwischen Nationalismus und Sozialdemokratie im ersten Weltkrieg

    von
    Angefangen mit dem Lesen war meine Phantasie direkt beflügelt und ich befand mich in einem Film, der um 1914 spielt. Ich fand mich schnell in die Geschichte rein. Der Schreibstil war leicht und fließend lesbar, der Erzählstil fesselnd.
    Die Beschreibung der Protagonistin ließ mir eine Seniorin in ihren jungen Jahren vor Augen erscheinen, die ich mal in ihrem hohen Alter pflegte.

    Erzählt wird die Geschichte aus Sicht einer Fabrikantentochter. Anna ist nationalistisch und ihr Herz brennt für König und Vaterland. Aber mit der politischen Lage kennt sie sich nicht wirklich aus. Wäre sie ein Mann, dann wäre sie sofort und freiwillig in den Krieg gezogen.

    Die zweite Sicht wird von Johann erzählt, einem Arbeiter. Durch seine Geschichte erfährt der Leser wie es der Arbeiterklasse um 1914 erging, ihre Arbeitsverhältnisse und Ungerechtigkeit sowie Armut. Er kämpft für Veränderungen der Arbeitssituation. Heutzutage kann man sich diese Verhältnisse nicht vorstellen und man hat Mitleid mit den Menschen, die zu der Zeit lebten.

    Unaufdringlich kommt der Glaube an Gott in dieser Geschichte zu Wort. Hans Wilhelm ist der Sohn eines Generals, der keine Karriere beim Militär einschlug, sondern sich dem Dienste Gottes verschrieb. Er studierte Theologie und ist kurz vor der Vereidigung zum Pfarrer, als der Krieg beginnt. Irgendwo in Ostpreußen ist er im Vikariat.

    Schön fand ich die Verarbeitung der alten Lieder aus dem ersten Weltkrieg in die einzelnen Szenen. Auch, dass die schriftliche Kommunikation der damaligen Zeit in einer altdeutschen Schriftart geschrieben ist. In diese Schriftart musste ich mich erst hineinlesen. Schade finde ich, dass die Liebesgeschichte erst gegen Ende des Buches so richtig ins Rollen kam. Diese hätte ich mir schon viel früher gewünscht.

    Trotz alledem ist Sylvia mit diesem Buch ein ganz toller unterhaltsamer und gut recherchierter historischer Debütroman gelungen, den ich gern und von Herzen weiterempfehlen kann.
  • 5/5 Sterne

    Sehr gutes Buch !

    von
    Als jemand, der gern und schon seit vielen Jahren christliche Biografien und gehaltvolle christliche Romane liest, war ich auf dieses Buch besonders gespannt, da es ja in unserer "Schwäbischen Heimat" spielt ! Meine Erwartungen haben sich mehr als erfüllt. Sylvia Barron gelingt es, Handlung und Protagonisten so zu auszugestalten, dass man einen ganz neuen, unmittelbaren Eindruck erhält, welche Gefühle, Ängste aber auch Euphorie und falsche Vorstellungen die Menschen in umserm Land direkt vor dem Ersten Weltkrieg beherrschen. Anhand von zwei Familien, die den Ersten Weltkrieg auf verschiedene Art durchleiden müssen, erlebt der Leser , wie durch die schreckliche Realität des Krieges vorgefertige Haltungen und harte Herzen verändert werden , Menschen zu Gott umkehren und dann auch Liebe und Vergebung ihre Beziehungen heilt ! Lovestory inklusive ! Deshalb: sehr gutes Buch ! Enjoy !
  • 5/5 Sterne

    Ausgezeichneter Debutroman

    von
    Die Handlung spielt in Blaubeuren auf der Schwäbischen Alb im Jahre 1914, eine Zeit in der die meisten Deutschen kriegsbegeistert sind und es für viele junge Männer das Höchste ist, an die Front zu ziehen und dem Vaterland zu dienen. Auch die Fabrikantentochter Anna und ihr Bruder begeistern sich für den Krieg. In der Oberschicht aufgewachsen hat Anna bisher nur die angenehmen Seiten des Lebens mitbekommen. Auf der anderen Seite sind da die Arbeiter ihres Vaters, die in der Zementfabrik für ein karges Einkommen schuften müssen. Zwei Welten stehen sich gegenüber.
    Sturköpfig und etwas naiv begibt sich Anna ins wirkliche Leben und muss ihre ersten harten Erfahrungen machen. Freiwillig meldet sie sich gegen den Willen ihres Vaters als Lazarettschwester und plötzlich ist der Krieg mit all seinen Schrecken ganz nahe und ganz anders als sie ihn sich vorgestellt hat. Sie kommt an ihre Grenzen.
    Der Roman ist flüssig geschrieben, deshalb gut zu lesen. Die historischen Begebenheiten sind sehr gut recherchiert. Es war mein erster Roman, in dem ich so intensiv darüber erfahren habe, wie es den Soldaten im ersten Weltkrieg ging. Das Buch ist spannend und die Personen und die Handlung sind realitätsnah. Außerdem haben mir die Beschreibungen von Blaubeuren und Umgebung sehr gut gefallen und mich in diese Gegend eintauchen lassen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und es war ein richtiges Lese-Highlight für mich.
  • 5/5 Sterne

    Spannend und tiefgründig

    von
    „...Meine ganze Klasse hat es vor, nachdem uns der Lateinlehrer einen Vortrag über die Ehre des Militärs gehalten hat. Als jemand gefragt hat, ob man nicht lieber erst das Abitur machen solle, hat er ihn ausgeschimpft, ob er denn kein Pflichtgefühl habe...“

    Wir schreiben den Juni 1914, als sich der 17jährige Gerhard mit seiner 22jährigen Schwester Anna über den zu erwartenden Krieg unterhält. Beide sind die Kinder des Zementfabrikanten in Blaubeuren. Anna unterstützt ihren Bruder in seinem Vorhaben.
    Die Autorin hat einen spannenden historischen Roman geschrieben. Der Schriftstil lässt sich flott lesen.
    Die Personen werden gut charakterisiert. Anna ist eine selbstbewusste, manchmal extrem sture junge Frau. Zugleich aber ist sie sehr naiv und weltfremd. Außerhalb ihres behüteten Daseins hat sie nur wenige Einblicke. Das führt zu fatalen Einschätzungen des Verhaltens anderer. Als sie in Stuttgart auf einer Demonstration gegen den Krieg einige Männer sieht, die aus der Fabrik ihres Vaters stammen, fühlt sie sich persönlich bedroht. Sie sorgt dafür, dass unter anderen Johann eingezogen wird. Der wartet zusammen mit Gerhard auf den Zug. Dabei gehen ihm folgende Gedanken durch den Kopf:

    „...Warum schickte die ältere Generation, die für diesen Krieg verantwortlich war, ihre Kinder? Warum griffen sie nicht selbst zu den Waffen, wenn es ihnen so wichtig war? Warum nahm man blutjungen Knaben ohne Lebenserfahrung ihre Freiheit weg?...“

    Anna weiß nicht, dass Johanns Frau hochschwanger ist. Ihr fehlt nun der Ernährer, zumal sie selbst ihre Arbeit verliert.
    Wenn Anna allerdings mit einem Lob ihres Vaters gerechnet hatte, wird sie schwer enttäuscht, den dem fehlen nun die Arbeiter.
    Anna möchte sich als Lazarettschwester ausbilden lassen. Anfangs lehnt das ihr Vater ab. Nach ihrem Eskapaden aber stimmt er zu. Die Arbeit im Lazarett verändert Anna. Sie beißt sich durch, sieht jedoch immer noch den Krieg als Notwendigkeit. Das Gespräch mit einer Mitschwester bringt erstmalig ihr Gedankengebäude ins Wanken.

    „...Zuallererst soll man Gott gehorchen […] Aber ich weiß nicht, ob die Arbeiter groß den Herrn gefragt haben, bevor sie demonstriert haben. Genauso wenig, wie wahrscheinlich der Kaiser gefragt haben wird, ob er die Kriegserklärungen ausstellen soll...“

    Als besonderer Stilmittel verwendet die Autorin Briefe von der Front, die einerseits von Johann, andererseits von Gerhard kommen. Gerade erstere enthalten geheime Teile. Die sind aber leider so kontrastarm abgedruckt, dass sie bei Problemen mit den Augen kaum zu lesen sind. Das ist bedauerlich, denn hier wird der Verlauf der Kämpfe und das Leben an der Front ungeschönt beschrieben. Die Briefe sind in unterschiedlicher Schreibschrift geschrieben.
    Auch Johann ändert sich. Zwar ist er nach wie vor der Meinung, dass er alles tun muss, damit der Krieg beendet wird, denn Arbeiter sollten nicht aufeinander schießen, doch gleichzeitig zeigen ihm einige Kameraden, wie sie Hoffnung und Kraft aus dem Glauben finden.
    Es bedarf eines letzten Anstoßes, dass Anna ihre Meinung revidiert und einen realistischen Blick auf das Geschehen erhält.
    Eine Karte, ein Überblick über historische Persönlichkeiten und ein Glossar ergänzen das Buch.
    Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Sie ist exakt recherchiert und gibt auch denjenigen eine Stimme, die bei Beginn des Krieges nicht in Jubel ausgebrochen sind.
  • 5/5 Sterne

    Eine mutige Frau in Zeiten des Krieges

    von
    Inhalt:

    Anna Kran ist die Tochter eines Zementwerkbesitzers aus Blaubeuren und lebt ein Leben in Luxus und Unbeschwertheit. Als der Erste Weltkrieg beginnt, möchte sie unbedingt auch einen Beitrag leisten. Wie sehr bewundert sie doch die mutigen Männer an der Front. Alle Vorschläge ihrer Mutter kleine Beiträge zu leisten, indem sie vielleicht Socken für die Soldaten strickt oder ähnliches, schlägt sie in den Wind. Stattdessen möchte sie unbedingt Lazarettschwester werden.

    Durch diese Arbeit lernt sie aber immer mehr ihre Meinungen und Weltanschauungen zu hinterfragen. Sie kommt in Zweifel über ihre Identität, den Sinn ihres Lebens und ihre soziale Stellung.

    Außerdem geht ihr ein verletzter Fremder einfach nicht mehr aus dem Kopf und auch die Schicksale einiger Arbeiter ihres Vaters lassen sie nicht mehr los.

    Meinung:

    Mich konnte dieser historischer Roman über den Ersten Weltkrieg sehr begeistern. Durch die unterschiedlichen Perspektiven der Charaktere werden die einzelnen Schicksale greifbar und man leidet mit allen mit.

    Anna ist zu Beginn sehr verwöhnt und hat eigentlich wenig Ahnung von den Lebensumständen der Arbeiter. Außerdem steht sie überzeugt für ihr Vaterland ein und sieht es als Ehre als Soldat an die Front zu gehen. So drängt sie auch ihren Bruder dazu und ist unglaublich stolz, wenn sie für die Gesetze einstehen kann. Sie trifft einige Entscheidungen, die schwerwiegende Folgen nach sich ziehen und andere Menschen verletzen. Allerdings fehlt ihr dafür der Blick und sie sieht nur ihre kleine Welt.

    Im Laufe des Buches und vor allem ihrer Tätigkeit im Lazarett, gewinnt sie mehr Einblicke in die echte Welt und wird mit Bildern konfrontiert, die sie schockieren. Einer ihrer Patienten, der junge Pfarrer Hans Wilhelm, trägt besonders zu ihrem langsamen Umdenken bei. Viele Dinge sieht er so anders als sie und fordert ihr Weltbild immer wieder heraus.

    Abgesehen davon, hat mich aber auch die Thematik der Vergebung beeindruckt. Anna macht eine große Charakterentwicklung und wird dadurch auch mit Fehlern aus ihrer Vergangenheit konfrontiert, die sie bereinigen möchte. Hans Wilhelm ermutigt sie dazu und Anna findet den Mut ehrlich zu sein und bei Gott und den Menschen um Vergebung zu bitten.

    Für mich ist sie gerade deshalb so mutig. Sie stellt sich ihren Irrtümern und wagt einen Neuanfang.

    Sehr interessant fand ich außerdem die Thematik der Kriegsverweigerung bei Hans Wilhelm. Er war als junger Mann in einer enormen Zwickmühle. Auf der einen Seite möchte er Gottes Geboten folgen und nicht töten, aber auf der anderen Seite soll er auch nicht lügen.

    Außerdem kommen auch die Perspektiven der Arbeiter und ihrer Frauen, die alleine zurückblieben zu Wort. Auch das war authentisch und man war erschrocken über die schlimmen Lebensumstände.

    Meine einzige Kritik wäre, dass die abgedruckten Briefe manchmal etwas schwer zu lesen waren, weil die Schrift so undeutlich war. Teilweise hat das doch den Lesefluss unterbrochen.

    Abgesehen davon aber ein unglaublich tolles Debüt mit so vielen eindrücklichen historischen Erlebnissen und Perspektiven.
  • 4/5 Sterne

    Ein wunderbarer Roman über die Zeit des ersten Weltkrieges

    von
    "Aber genau dann (wenn es am schwersten ist) habe ich mich an ihn gewandt und ihm mein Herz ausgeschüttet." Zitat S. 320

    In dieser Geschichte, die 1914 kurz vor dem ersten Weltkrieg beginnt, lernt man Anna Kran kennen.

    Eine junge naive Frau die viel bewirken möchte und doch hauptsächlich das eigenen Wohlergehen, die eigenen Wünsche und Hoffnungen im Blick hat.

    Anna möchte unbedingt irgendwie fürs Vaterland kämpfen und bemerkt dabei nicht wie einseitig und weltfremd, ja unrealistisch sie die politische Situation beurteilt.

    Trotzdem ist sie liebenswert beschrieben, denn waren wir nicht alle mal so?
    Anna verfolgt ihr Ziel und das voller Eifer und Tatendrang.
    Auf ihrem Weg begegnen ihr viele Menschen, sie macht weitreichende Fehler, verletzt anderen und sieht dann selbst der Wahrheit ins Auge und verändert ihre Ansichten.

    Mit Anna ist es Sylvia B. Barron wunderbar gelungen die Geschehnisse aus der Sicht einer wohlhabenden jungen Dame zu erzählen, doch sie belässt es nicht dabei sondern zeigt in einem zweiten Erzählstrang auch die Sicht der Arbeiter auf.

    Johann ist ein impulsiver junger Mann. Ein Mann der versteht das der Krieg nicht so heldenhaft wie schmerzhaft ist und der aus der Arbeiterschicht kommt.
    Armut, Hunger, Sorge und schwere Arbeit sind sein täglich Brot.

    Durch Johann bekommt man Einblicke in die ärmere Gesellschaftsschicht und, als der Krieg dann ausbricht, durch die Briefe an seine Frau auch in die Kämpfe und das Leben an der Front.

    Hier ist ein einziger kleiner Kritikpunkt. Ich fand es zwar toll das die Briefe durch eine andere Schriftart hervorgehoben wurden doch ich fand es dadurch anstrengend sie zu lesen. Vielleicht wäre es mit einem größeren Zeilenabstand leichter gewesen.

    Nichtdestotrotz ist "Die Tochter des Zementbarons" ein guter Roman der angenehm und flüssig zu lesen ist. Die ersten Sätze hatten mich direkt gepackt.

    Anna und Johann sind stark, authentisch und vielschichtig charakterisiert. Ihre Entwicklung zu verfolgen ist so spannend, sie wachsen, werden fester und verstehen immer mehr worauf es wirklich ankommt.

    Es ist wunderbar, vor allem in so schweren Zeiten, wenn Vorurteile überwunden werden, wenn Schuld und Versagen eingestanden und Menschen aufeinander zugehen können.

    In diesem guten Roman geht es um Unterschiede und doch Gleichheit, um Wohlstand und Armut, um Naivität und Realität, um Freundschaft und Feindschaft und darum sich an Gott festzuhalten, ihm zu vertrauen und im ganzen Schrecklichen die Hoffnung nicht zu verlieren. Die Hoffnung auf Hilfe, Liebe, Freundschaft, ein Miteinander und bessere Tage.

    Ein lesenswerter Roman der zu Herzen geht und unterhaltsame Stunden schenkt und in dem der Glaube eine große Rolle spielt.
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