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Bewertungen
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von Sara (Veröffentlicht am 26.02.2026)
„Ehrlich, erschütternd, hoffnungsvoll“
Der zweite Teil der Trilogie der Dresden Saga von Sylvia B. Barron „Uns trägt die Hoffnung“ erzählt die Schicksalsjahre der Familie Kaiser während und nach dem 2. Weltkrieg. Er startet mit einem aufregenden Prolog in das Kriegsjahr 1942, in dem wir kurz von Emma lesen, der Hauptperson des ersten Bandes. Dann bricht die Handlung ab und beginnt im Jahre 1945 mit der Verwüstung Dresdens kurz vor Ende des 2. Weltkriegs. Wir lesen aus Sicht der jungen Deutschen Lotte, der Nichte von Emma. Doch immer wieder gibt es einzelne Passagen aus vergangenen Zeiten, so dass die Leserschaft nach und nach erfährt, wie es einzelnen Familienmitgliedern seit dem ersten Roman ergangen ist. Das sorgt für einen schönen Spannungsbogen durch das Buch hinweg.
Die Autorin schildert sehr ehrlich und äußerst gut recherchiert die katastrophalen Zustände des zerbombten Dresdens und damit verbunden den Einmarsch der russischen Truppen. Anschaulich erfährt die Leserschaft, wie herausfordernd die Zeiten im östlichen Teil des Nachkriegsdeutschlands für Familien war, wie sehr sie mit Hunger, Verlust und fehlender Zukunftsaussichten zu kämpfen hatten. Besonders wird auch die Desillusionierung des Volkes erwähnt, nachdem es erkannt hatte, dass Hitler sie nicht zu dem versprochenen Heil geführt hat. Ebenso detailliert wie erschütternd sehen die die Leser das Leben der Juden zur Zeit der Enteignung, Entmenschlichung bis zur Vernichtung.
Durch den ganzen Roman webt die Autorin auf wunderbar feine Weise die Hoffnung an Gott hinein, so dass die Erzählung nicht zu schwer wirkt, sondern Perspektive und Zuversicht vermittelt. Ein Gott, der im Leid anwesend ist, der Seine Kinder nicht vergisst und in schweren Zeiten zum felsenfesten Halt wird, braucht die Menschheit zu jeder Zeit, gerade auch heute. Ich danke Sylvia B. Barron für diese großartige Fortsetzung und dank des Ausblicks am Ende des Buches auf den 3. Band steigt die Vorfreude darauf. Eine Herzensempfehlung!
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von Milena (Veröffentlicht am 18.02.2026)
Gelungene Fortsetzung der Dresden-Saga
Es ist Februar 1945 und während den Deutschen noch immer ein grandioser Sieg versprochen wird, werden die Gerüchte um eine endgültige Niederlage immer lauter. Dann kommt es zu einem verheerenden Angriff auf die Stadt Dresen, woraufhin ein Feuersturm große Teile der Stadt in Schutt und Asche legt. Lotte und ihrer Mutter gelingt es im letzten Moment dem Inferno zu entkommen.
Als dann wenige Monate später der Krieg zu Ende ist, beginnt der mühsame Weg zurück ins Leben. Aber wie soll das funktionieren inmitten der russischen Besatzung, einer Stadt in Trümmern und der Frage was aus den Familienmitgliedern geworden ist, die verschwunden sind?
Im zweiten Teil der Dresden-Saga nimmt uns die Autorin mit in die letzten Tage des Krieges und die Monate danach. Im Mittelpunkt steht dieses Mal Lotte Kaiser, die mit ihren 19 Jahren schon einiges erlebt und gesehen hat. Und doch blieb ihr auch einiges verborgen, sei es durch Naivität oder echte Unwissenheit, was jetzt nach dem Krieg offenbar wird. Lottes Prozess und ihre Entwicklung hat mir sehr gut gefallen und war sehr eindrücklich dargestellt. Ebenso auch der Weg von Alexei.
Allgemein fand ich es beeindruckend, wie viele unterschiedliche Einstellungen und Haltungen die Autorin in diesem Buch aufgegriffen und nachvollziehbar hat einfließen lassen: Hoffnung, Vergebung, Bitterkeit, Hass, Trauer, Dankbarkeit ...
Durch die zweite Zeitebene erfährt man auch nach und nach wie es Emma und dem Rest der Familie (bekannt aus dem ersten Band) während des Krieges ergangen ist, was mir sehr gut gefallen hat.
Mit diesem zweiten Teil der Dresden-Reihe hat Sylvia Barron wieder einen großartigen historischen Roman geschaffen, der neben guter Unterhaltung auch einiges an Geschichte zu bieten hat. Wie auch in ihren anderen Büchern ist er sehr gut recherchiert und lässt den Leser richtig eintauchen in diese Zeit. Sowohl die äußeren Umstände, aber auch die unterschiedliche Haltung von Menschen während und nach dem Krieg waren sehr eindrücklich beschrieben.
Wie auch der Vorgänger endet dieses Buch mit einem kurzen Einblick in den Folgeband und macht damit Lust auf mehr - ich jedenfalls bin schon sehr gespannt, wie es Familie Kaiser in den Jahren nach dem Krieg ergangen ist und freue mich auf den dritten Teil der Dresden-Saga. -
von Regina (Veröffentlicht am 16.02.2026)
Heilung mit Gottes Hilfe ist möglich
Wenn ich Bücher über den 2. Weltkrieg und die damit verbundene Judenverfolgung lese, ist mein Herz immer ein Stückchen mehr gebrochen. Es will mir einfach nicht in den Kopf reingehen, wie Menschen andere Menschen so diskriminieren konnten. Und nichtsdestotrotz ist es unglaublich wichtig, dass es nicht in Vergessenheit gerät.
Ich persönlich finde, dass Sylvia Barron die Vielschichtigkeit dieser Zeit wirklich gut getroffen hat. Mit welchen Schwierigkeiten, Ängsten, Vorurteilen und Hoffnungen die Menschen zu dieser Zeit zu tun hatten. Es ist erschreckend zu lesen, dass viele Menschen zu Anfang auch nicht den Erst der Lage gesehen haben und dachten, dass nach kurzer Zeit wieder alles so wird wie vorher.
Ich muss auch leider gestehen, dass ich mir nie Gedanken gemacht habe, wie der Alltag der Deutschen nach dem Krieg aussah. Wie andere Nationen die Deutschen über einen Kamm geschert haben und welcher Hass gegen sie herrschte.
Alexeis charakterliche Entwicklung hat mich sehr berührt. Er ist ein tolles Beispiel dafür, dass Gott einem inneren Frieden schenken kann.
Der Schreibstil ist einfach und packend. Ich habe die Lesestunden sehr genossen und fand auch die Zeitsprünge sehr hilfreich, so konnte man etwas über die Anfangszeit der Judenverfolgung lesen und die Zeit nach dem Kriegsende.
Fazit: Ein sehr gelungener Roman, der einem noch einen weiteren Blickwinkel auf die Zeit um den 2. Weltkrieg und die Judenverfolgung gibt. Eine Herzensempfehlung. -
von Raphaela23 (Veröffentlicht am 13.02.2026)
Bewegende Fortsetzung mit hohem Bildungswert
Was habe ich darauf gewartet, die Dresden-Geschichte endlich weiter verfolgen zu können – so gerne wollte ich wissen, wie es mit der Fabrik, mit Ilse und Elisabeth und natürlich mit Emma und Max weitergegangen ist.
Die Geschehnisse setzen mit rund 10 Jahren Zeitsprung am Kriegsende wieder ein. Erzählt werden sie nun primär aus der Sichtweise von Friedas Tochter Lotte, wodurch das Interesse daran, was in den Zwischenjahren mit Emmas und Karls Familien geschehen ist, lange aufrecht erhalten wird.
Ab dem zweiten Drittel sind dann spannende Rückblenden eingewoben, die direkt an den ersten Band und Emmas Sicht anknüpfen. Durch diese gekonnt komponierte Erzählführung wollte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, auch wenn es in der zweiten Hälfte durch die noch häufigeren Perspektivwechsel und Zeitsprünge etwas unruhiger und anstrengender zu lesen wird.
Sylvia B. Barron hat einen ganz besonderen Schreibstil, der informativ, eingängig und mitreißend ist. Ich habe selten so gut zu lesende Romane gefunden, die gleichzeitig ein so hohes Maß an Bildungs- und Informationswert besitzen. Dazu braucht es mMn eine ganz besondere Gabe.
Auch dieser Band liefert wieder differenziert dargestellte Einblicke in Leitsätze der NS-Ideologie und die damit einhergehenden soziologischen Vorgänge. Die Autorin kreiert mit ihren Worten beeindruckende und mitreißende Szenerien (vor allem von den Ausbombungen Dresdens) und zeichnet die Gefühle der Protagonisten so eindrücklich, dass die Zerstörung und Not der damals Lebenden absolut greifbar wird.
Die ungeschönten und realistischen Darstellungen sind trotz aller Intensität gut zu lesen und transportieren eine unzerstörbare Hoffnung, die im Leid und trotz schrecklicher Umstände geboren wird.
Erneut überzeugt die Erzählung dabei mit einem tollen Glaubensbezug. Einzelne Protagonisten setzen sich im Laufe der Handlung immer mehr damit auseinander, worauf sie ihre Hoffnung wirklich setzen können. Hierbei kommen auf eindrückliche Art und Weise verschiedenste Zweifel und existenzielle (Glaubens-)Fragen zur Sprache.
Alexei war für mich dabei eine sympathische Figur mit schöner Charakterentwicklung, die mir teilweise fast etwas zu glatt abläuft. Dennoch finden sich äußerst gewichtige theologische Aussagen in seinen Gedanken, die der Geschichte eine weitere Ebene an Tiefe geben.
Wie im ersten Band auch, gefällt mir sehr gut, dass die Protagonisten so realistisch und differenziert dargestellt sind und ihre Motivationen, Verletzungen und Handlungen ehrlich und nahbar zum Ausdruck kommen.
Toll finde ich auch, dass so viele verschiedene Sichtweisen und Lebensrealitäten abgebildet werden. Man begegnet sowohl Regimegegnern als auch -Unterstützern, Mitläufern, jüdischen Zwangsarbeitern, ostpreußischen Geflüchteten, einem Sowjetoffizier, Armen und Reichen. So wird ein starker Einblick in deren Menschlichkeit und Fehlbarkeit sowie ein tieferes Verständnis für verschiedene Dynamiken und Entscheidungsprozesse eröffnet, was zu Gedankenanstößen zu den Themen Mitschuld, Mittäterschaft und Vergebungsbedarf führt.
Der Roman bewegt, klingt nach und regt intensiv zum Nachdenken an.
Ich freue mich schon zu sehen, wie die gesamte Kaiser-Familie im letzten Band der Dresden-Trilogie hoffentlich etwas ruhigere Zeiten erleben darf.
CN: sexualisierte Gewalt (implizit), Bulimie (am Rande erwähnt), Antisemitismus, Rassismus
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