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Stimmen zum Produkt
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»Diese Studie ist eine spannende Reise durch das Land der Sexualität, wahrgenommen durch die Augen tausender Menschen, denen ihr Glaube viel bedeutet. Es geht darum zu beobachten und zu verstehen, was ist, möglichst ohne Stereotype und Vorurteile. Die Datenlage ist beeindruckend, die Offenheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Geschenk an die Leserinnen und Leser. Das boostert die Kompetenz für ehrliche und konstruktive Gespräche!« Henrik Otto, Präses des Bundes der FeG
»Was mich an diesem Buch begeistert: Die Antworten von zehntausend religiösen und hochreligiösen Menschen sind in verständliche Erklärtexte und greifbare Grafiken übersetzt und von Fachleuten vieler Konfessionen teils sehr persönlich kommentiert - auf knapp zweihundert Seiten wird also klipp und klar und mit Zahlen, Daten und Fakten zur Sprache gebracht, worüber die Scham uns gerne die Sprachfähigkeit raubt oder die christliche Moral uns den Mund verbietet. Mein persönliches Fazit: endlich! Ich freu mich so sehr auf all die ehrlichen Gespräche über Gott und seine liebevoll geschaffene Welt der Sexualität, deren Teil wir alle sind (wie dieses Buch beweist) - ob verheiratet oder nicht.«
Tina Tschage, Autorin, Sprecherin, Coach und Zeremoniarin
»Wie du glaubst, prägt, wie du liebst oder über Liebe denkst? Die empirica-Studie ermöglicht besondere Einblicke und eröffnet (Gesprächs)räume, um Klischees zu überdenken, neu zu staunen, Sexualität zu feiern. Neben den Untersuchungsergebnissen begeistern die Einstiege in die jeweiligen Kapitel und gelungen komponierten, teilweise kontroversen Kommentierungen verschiedener theologischer Positionen. Mutige Studie von mutigen Menschen. Danke!«
Hansjörg Kopp, Generalsekretär des CVJM Deutschland
»Mal Tabu. Mal theologisch aufgeladenes Kampfgebiet der Ethik. Mal Erfüllung. Mal Frust. Man ahnt viel und weiß - halt - wusste wenig. Die Autorinnen und Autoren knipsen das Licht an im Schlafzimmer. Beschreibend, nicht wertend. Ihr Ziel, die Sprachfähigkeit über Sexualität zu erhöhen, erreichen sie definitiv. Und das macht diese Studie neben ihrem wissenschaftlichen Gehalt auch zu einem seelsorgerlichen Buch.«
Uwe Heimowski, Theologe, Autor und geschäftsführender Vorstand des christlichen Hilfswerks Tearfund Deutschland
»Vermuten und schätzen war gestern - jetzt wissen wir, wie es um Sexualität bei (hoch)religiösen Menschen bestellt ist. Einiges bestätigt sich, anderes überrascht und bestürzt. Auf jeden Fall ist diese Studie, für die ich nur aufrichtig danken kann, ein Plädoyer gegen Vorurteile und für einen ehrlichen und offenen Austausch. Unbedingt lesen und dann reden!«
Dekan Dr. Michael Diener, Mitglied des Rates der EKD
»Dieses Buch ist ein Meilenstein für die kirchliche Auseinandersetzung mit Sexualität. Auf Basis einer breit angelegten Studie zeigt es eindrucksvoll, wie vielfältig, widersprüchlich und spannungsgeladen christliche Sexualethiken heute gelebt werden. Es liefert nicht nur Daten, sondern eröffnet mutig neue Gesprächsräume für Gemeinden, Seelsorge und Theologie.«
Manuel Schmid, reformierter Theologe und Co-Leiter von RefLab (www.reflab.ch)
Bewertungen
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von Marianne (Veröffentlicht am 09.03.2026)
Ein Blick ins Schlafzimmer
Eine Rezension zu diesem Buch zu schreiben, ist für mich herausfordernd, denn ich ringe selbst um Antworten auf Fragen, die hier angesprochen werden. Dabei wundere ich mich, wie ethische Maßstäbe, die für mich als Christ schon lange klar sind, zunehmend in Gemeinden an Bedeutung verlieren.
Dieses Buch ist sehr darum bemüht, wissenschaftlich fundierte Antworten auf Fragen rund um das Erleben von Sexualität zu geben. In verschiedenen Medien wurden Christen aufgerufen, anonym über ihre Erfahrungen Auskunft zu geben. Über 10.000 Menschen sind es, die hier Einblick in ihre zutiefst persönlichen Gedanken und Erlebnisse geben. Die Ergebnisse werden in verschiedene Themenfelder gegliedert und ausgewertet, beispielsweise Sexualität als Single, Paarsexualität, Sex und Gewalt oder sexuelle Vielfalt. Jedes Kapitel endet mit interessanten Kommentaren von Fachleuten zu den vorangestellten Auswertungen.
Das Buch ist gut lesbar, und auch das Layout mit den vielen Grafiken der Auswertungsergebnissen überzeugt. Die Themen sind sinnvoll gewählt und interessant. Es ist grundsätzlich sehr wertvoll, dass es ein solches Buch als Gesprächsgrundlage gibt. Beim Lesen habe ich aber das Gefühl, dass nicht wirklich objektiv an dieses Thema herangegangen wird. Es scheint ein Unterton mitzuschwingen: Wer an einer veralteten Sexualethik festhält, ist zu bedauern und gefährdet andere. Das wird nicht ausdrücklich so gesagt, klingt aber an vielen Stellen durch. Natürlich ist es gut und notwendig, eigene Überzeugungen immer wieder zu prüfen und zu hinterfragen. Gleichzeitig bedeutet das nicht, dass alles, was vor zwanzig Jahren gelehrt wurde, automatisch überholt ist. Manchmal scheint es mir, dass Christen gerne den Trends um sich herum folgen, einfach einige Jahre später.
Ein Beispiel dafür sehe ich im Kapitel über Pornographie. Dort wird vor allem die Inkongruenz im Leben gläubiger Menschen thematisiert: Viele Christen lehnen Pornographie ab, konsumieren sie jedoch selbst. In diesem Buch wird dabei besonders hervorgehoben, wie belastend die damit verbundenen Schuldgefühle sein können. Erwähnt wird jedoch nicht, dass solche Schuldgefühle nicht nur Überreste einer strengen christlichen Prägung sein müssen, sondern auch ein wertvoller Hinweis des Gewissens sein können.
Anstatt nur von Komplexen zu reden, könnte auch über die andere Seite informiert werden: Frauen werden ausgebeutet, um pornografische Inhalte herzustellen. Dazu zeigen zahlreiche Studien, wie sich das Gehirn der Konsumenten verändert, wodurch echte Intimität immer weniger möglich wird. Pornokonsum wird außerdem leicht zu einer Sucht, die nach immer stärkeren Reizen sucht. Eine Verharmlosung der Pornographie wird zudem unseren Kindern schweren Schaden zufügen.
Ähnliche Bedenken habe ich auch bei anderen Themen in diesem Buch. Ich finde die Idee ausgezeichnet, über den Zusammenhang von Glauben und Sexualität zu forschen, finde aber, dass die Auswertungen in diesem Buch zu einseitig sind. Schade! Ich hätte mir ein deutschsprachiges Buch gewünscht, das eher dem amerikanischen Bestseller, „The Great Sex Rescue“ ähnelt.
Fazit: Dieses Buch wertet eine groß angelegte Studie unter Christen zum Thema Glauben und Sexualität aus. Die Teilnehmer stammen aus der katholischen und evangelischen Kirche sowie aus Freikirchen und anderen christlichen Denominationen. Die Idee hinter dem Projekt ist hervorragend, und viele Aspekte des Buches sind gelungen. Kritisch sehe ich jedoch die teilweise einseitige Interpretation der Ergebnisse. -
von isabellebo (Veröffentlicht am 20.11.2025)
Ein wertvoller, respektvoller Einblick in ein oft schwieriges Thema
Das Buch „Sexualität und Glaube“ hat mich positiv überrascht. Es bewegt sich in einem Bereich, über den viele ungern sprechen und schafft es dennoch, klar, sensibel und ohne Tabus zu erklären, wie Glaubensprägungen unsere Sicht auf Sexualität beeinflussen können.
Besonders hilfreich finde ich, dass sich die Inhalte auf echte Daten aus einer großen Befragung stützen. Dadurch entstehen keine oberflächlichen Meinungen, sondern ein realistisches Bild davon, wie unterschiedlich Menschen denken und leben. Die Ergebnisse werden verständlich erklärt und mit anschaulichen Grafiken, Diagrammen und Beispielen dargestellt, sodass man auch ohne wissenschaftlichen Hintergrund gut folgen kann.
Mir hat gefallen, wie respektvoll und wertfrei die Autoren an das Thema herangehen. Nichts wird bewertet oder vorgeschrieben, vielmehr bekommt man ein besseres Verständnis dafür, woher eigene Einstellungen kommen und warum manche Fragen im Bereich Sexualität und Glaube so emotional sein können.
Das Buch regt zum Nachdenken an, ohne zu überfordern. Es eignet sich sowohl für Fachleute als auch für alle, die sich persönlich mit dieser Thematik auseinandersetzen möchten.
Für mich ein wichtiges, aufschlussreiches und mutiges Werk, das Gespräche anstößt und zu mehr Verständnis beiträgt. Eine klare Empfehlung. -
von Henrik (Veröffentlicht am 07.10.2025)
Wenn Erfahrung zur Wahrheit wird
Sexualität ist eines der sensibelsten Themen des christlichen Lebens und zugleich ein Gradmesser für das Schriftverständnis. Die empirica Sexualitätsstudie, erschienen im Brockhaus Verlag, versucht mit zwei Bänden – „Unsere Geschichte mit Sex“ (qualitativ) und „Sexualität und Glaube“ (quantitativ) – das Verhältnis junger Christen zu Sexualität zu beleuchten. Was auf den ersten Blick nach wissenschaftlicher Analyse klingt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Ausdruck einer tiefgreifenden theologischen Verschiebung: Weg von der Autorität der Bibel, hin zu einem pluralistischen, erfahrungsorientierten Zugang.
Wer sind die Autoren?
Hinter den Projekten stehen u. a. Tobias Künkler und Tobias Faix. Beide sind durch ein Verständnis von Theologie geprägt, das Erfahrung, Kontext und gesellschaftliche Entwicklung als theologische Quellen gleichrangig mit der Schrift behandelt. Das ist kein Nebenaspekt, sondern prägt den gesamten Ansatz.
Worum geht’s?
Die beiden Bände versuchen, die Vielfalt christlicher Sexualitätsentwürfe in Deutschland empirisch zu erfassen. Im qualitativen Band „Unsere Geschichte mit Sex“ kommen 14 junge Menschen zu Wort. Ihre „Lebensgeschichten“ werden in Beziehung zu aktuellen Diskursen über Selbstbefriedigung, vorehelichen Sex, Identität und Begehren gesetzt. Das Ganze wirkt zunächst empathisch und reflektiert, verliert aber jeden normativen Maßstab: Die Bibel wird zur „Erzählung unter vielen“, nicht zur göttlichen Offenbarung mit Autorität.
Im quantitativen Band „Sexualität und Glaube“ werden Daten von über 10.000 Teilnehmenden ausgewertet. Die Ergebnisse sind statistisch interessant, doch die Interpretation erfolgt fast durchgängig aus liberaler und sozialwissenschaftlicher Perspektive. Moralische Kategorien werden relativiert, biblische Ethik als „kulturell bedingt“ verstanden. Damit verschiebt sich die Grundlage: Statt göttlicher Offenbarung entscheidet das Empfinden der Befragten über Wahrheit und Orientierung.
Beide Bücher eint der Versuch, „Dialogräume“ zu öffnen – was in sich nicht falsch wäre, wenn das biblische Zeugnis den Rahmen setzen würde. Doch der Maßstab wird umgekehrt: Nicht mehr das Wort Gottes richtet über menschliche Erfahrungen, sondern menschliche Erfahrungen richten über das Wort Gottes.
Wer soll es lesen?
Diese Bücher eignen sich höchstens für diejenigen, die das Denken der progressiv-evangelikalen Szene verstehen und analysieren möchten. Für Christen, die Orientierung aus der Schrift suchen, sind sie nicht hilfreich, sondern eher verwirrend.
Was gibt es Kritisches?
Aus biblischer Sicht sind zentrale Grundannahmen beider Bände problematisch. Sexualität wird enttheologisiert und psychologisiert. Der Schöpfungsbericht wird nicht als verbindlicher Maßstab betrachtet, sondern als kulturell interpretierbare Erzählung. Die Sündhaftigkeit des Menschen und die Notwendigkeit der Erlösung spielen kaum eine Rolle. Statt Heiligung und Selbstverleugnung tritt Selbstausdruck und Identitätskonstruktion. Die verwendete Sprache (u. a. Genderformulierung) spiegelt den Zeitgeist, nicht die Klarheit der Schrift.
Was bleibt?
Es ist bedauerlich, dass ein Verlag mit einst evangelikal-orthodoxem Profil solche theologisch entkernten Werke veröffentlicht. Die empirica-Studien mögen wissenschaftlich korrekt sein, doch sie transportieren eine Theologie, die den Maßstab der Bibel verlässt und menschliche Erfahrung zum Richter über Gottes Wort macht. Wer dem biblischen Zeugnis verpflichtet ist, wird hier mehr Anlass zur Trauer als zur Freude finden. Die Bücher sind ein Spiegel des theologischen Zeitgeists – und zugleich ein Warnsignal, wie weit der Evangelikalismus sich von seiner Grundlage entfernen kann, wenn das Schriftprinzip aufgegeben wird.
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