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von Leonie (Veröffentlicht am 05.06.2020)
Ganz nett ... mehr aber auch nicht
„Das Mädchen im Torhaus“ ist einer der schwächeren Romane von Julie Klassen. Das bedeutet keinesfalls, dass er schlecht ist! Nachwievor verfügt die Autorin über einen leichten und sehr ansprechenden Schreibstil. Die Handlung ist … nett. Sehr viel mehr aber auch nicht.
Während des Lesens hat sich mir das Gefühl aufgedrängt, dass hier innerhalb kurzer Zeit ein Liebesroman nach dem bekannten Julie-Klassen-Schema gezimmert wurde: „gefallenes“ Mädchen findet die große Liebe, parallel dazu lernt man die üblichen Nebenfiguren kennen (süße Waisenkinder, verschrobene alte Damen usw.), deren Schicksal ebenfalls ans Herz gehen soll. Das alles wirkte auf mich etwas konstruiert und zu sehr gewollt. Warum bloß diese unnötige Nebenhandlung mit den Menschen im Armenhaus? So blieb meiner Meinung nach nicht genügend Raum für die Entfaltung der Hauptfiguren.
Für Erstleser von Julie Klassen sei an dieser Stelle gesagt, dass ich auf hohem Niveau jammere. Ich habe bereits viele tolle Bücher von dieser Autorin gelesen. Wem dieser Roman also ebenfalls nicht so zusagt, sollte sich nicht grundsätzlich von Julie Klassen abschrecken lassen, sondern es mit einem ihrer anderen Roman versuchen.
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