Winterleuchten am Liliensee (Buch - Broschiert)

Roman

5 Sterne

Winterleuchten am Liliensee (Buch - Broschiert)

Roman

Schwarzwald, 1965: Lisa hatte es nie leicht im Leben und wird von Selbstzweifeln geplagt. Als sie von der Försterfamilie Vogel an den reizvollen Liliensee eingeladen wird, hofft sie, dort Heilung zu erfahren. Doch nicht nur während eines Schneesturms ziehen dunkle Wolken auf … Eine spannend-romantische Geschichte.

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Details

Artikelinformationen

Artikelbeschreibung

Schwarzwald, 1965: Lisa hatte es nie leicht im Leben und wird von Selbstzweifeln geplagt. Als sie von der Försterfamilie Vogel an den reizvollen Liliensee eingeladen wird, hofft sie, dort Heilung zu erfahren. Charlotte Vogel nutzt die Gunst der Stunde, denn sie wünscht sich nichts sehnlicher als eine liebevolle Schwiegertochter. Und tatsächlich: Lisa unternimmt eine Bergtour mit Robert, dem ältesten Sohn der Familie, doch schon bald schweben die beiden in Gefahr ...
Eine spannend-romantische Geschichte, die aufzeigt, dass Gott auch auf krummen Linien gerade schreiben kann.

 

Stimmen zum Produkt
  • 5 5
    Susanne Degenhardt, Buchhändlerin und Bloggerin:
    Ein warmherziger Wohlfühlroman mit liebenswerten Protagonisten, der den Leser umhüllt wie eine kuschelige Decke - so wie Gottes bedingungslose Liebe.
Zusatzinformationen
  • ISBN: 9783957346612
  • Auflage: 3. Gesamtauflage (1. Auflage: 10.08.2020)
  • Seitenzahl: 224 S.
  • Maße: 13,5 x 21,5 x 1,7 cm
  • Gewicht: 310g
  • Preisbindung: Ja
  • Sachgebiet: Erzählungen/Romane

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Extras

Leseprobe

Bewertungen

  • 5/5 Sterne

    Ein toller Roman

    von
    Die Geschichte von Lisa und Robert...die Vergangenheit von Lisa holt sie ein und am Liliensee löst sich alles auf. Spannend bis zum Schluss. Ich liebe die Liliensee-Reihe.
  • 5/5 Sterne

    von
    Schon das Cover dieses Buches wirkt auf mich ungemein anziehend und stimmungsvoll. Die wunderbare Landschaft auf dem Titelbild weckte in mir den Wunsch, den Roman lesen zu wollen. Die Stimmung hat mich sofort gefangen genommen, denn als ich mit dem Lesen begonnen habe, war auch hier, vor meiner Haustür, alles dick verschneit. Ich lese ja sehr gerne zur Jahreszeit passend, und hier bin ich voll auf meine Kosten gekommen, denn die Reise im Roman führt in den winterlichen Schwarzwald.
    Lisas Ankunft bei der Familie Vogel ruft einige Missverständnisse hervor, denn Charlotte Vogel erwartete eigentlich ihr sechsjähriges Patenkind und keine erwachsene junge Frau. Trotzdem nimmt sie Lisa herzlich bei sich auf, und diese hat nach kurzer Zeit fast das Gefühl, zur Familie zu gehören. Anders sehen es teilweise Charlotte Vogels Söhne, vor allem ihr Ältester ist sehr skeptisch und unterstellt Lisa unlautere Beweggründe für ihr Erscheinen. Das ist kein Wunder, denn er hat in der Vergangenheit eine schwere Enttäuschung erlitten, die seine Seele verletzt und sein Vertrauen untergraben hat. Hierin sind sich Robert und Lisa ähnlich, denn auch die junge Frau hat einiges aus der Vergangenheit aufzuarbeiten. Je mehr man über die Gründe des Missverständnisses erfährt, umso besser kann man Lisa verstehen. Bei den Vogels fühlt sie sich einerseits sehr wohl und irgendwie geborgen, aber da ihr klar ist, dass ihr Aufenthalt begrenzt ist, erfüllt sie das mit Wehmut.
    Obwohl Robert ihr gegenüber sehr ablehnend reagiert, begleitet Lisa ihn auf einer Bergtour. Unverhofft geraten die beiden in einen Schneesturm. In einer eingeschneiten Schutzhütte, abgeschnitten von der restlichen Welt, wird beiden vieles klar. In gegenseitigem Verständnis können sie ihre seelischen Verletzungen als einen Teil von sich akzeptieren und endlich heilen lassen.
    Währenddessen ist der Rest der Familie voller Sorge. Nur Johann, Charlottes Schwiegervater und somit der Großvater der Vogel-Söhne, bleibt gelassen. Wieso hatte ich nur immer wieder das Gefühl, dass er einen tieferen, klareren Blick auf seine Mitmenschen hat als der Rest der Familie? Mit seiner etwas kauzigen Art habe ich den alten Herrn schnell ins Herz geschlossen, und auch Lisa geht es da nicht anders. Wohin die Geschichte führt, das möchte ich natürlich nicht weiter ausführen, denn das sollte jeder selbst lesen.
    Ich kann nur sagen, dass mir die Charaktere alle sehr gefallen haben, wenn auch Charlotte mit ihren Verkupplungsversuchen etwas übertreibt und für zusätzliche Missverständnisse sorgt, so ist sie doch eine sehr sympathische Frau mit dem Herzen auf dem rechten Fleck.
    Wie ich es gar nicht anders erwartet habe, so schreibt Elisabeth Büchle auch hier wieder wunderbar kurzweilig und fesselnd und dabei sehr einfühlsam. Sie hat den Zeitgeist der 1960er Jahre sehr schön eingefangen, und die landschaftlichen Beschreibungen tun ein Übriges, mich zu begeistern. Die Autorin schreibt Romane mit christlichem Hintergrund. Aber ihre Geschichten sind nicht nur Gläubigen vorbehalten, denn die religiösen Botschaften und Elemente sind ganz selbstverständlich und natürlich in den Roman eingebunden und stellen einen festen Bestandteil im Alltag der Protagonisten dar.
    Der Roman hat mir viele schöne, wohltuende Lesestunden beschert, denn er bietet nicht nur unterhaltsame Lektüre, sondern lädt ein, über das Gelesene nachzudenken. Die Autorin hat auch wieder einige tiefgründige Themen in die Handlung verpackt. Am Ende habe ich mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge von der liebenswerten Familie Vogel verabschiedet. Das weinende Auge, weil die Geschichte schon ausgelesen war, das lachende Auge, weil der Schluss schon einen kleinen Hinweis auf eine Fortsetzung enthält. Auf der Website von Elisabeth Büchle habe ich dann auch gelesen, dass „Winterleuchten am Liliensee“ den Auftakt für eine neue Reihe darstellt. Es wird also wahrscheinlich ein „Wiedersehen“ mit den sympathischen Menschen geben, die ich im Lauf des Romans direkt liebgewonnen habe, und ich freue mich sehr darauf.
  • 5/5 Sterne

    von
    Winterleuchten am Liliensee von Elisabeth Büchle
    Es waren einmal drei Brüder….! Spaß! Trotzdem: Heute geht es um Familie, um Einsamkeit, Alleinsein, sich vergessen fühlen. Aber auch um Vorurteile, und das Ankommen bei Menschen, die nicht immer unserer Familie zugehörig sein müssen. Und da all diese Themen in der Geschichte vorkommen, und aufeinanderprallen, fange ich heute gleich, und ohne viele Vorworte an, etwas über das Buch zu erzählen. Die Gedanken dazu kommen also an späterer Stelle.
    Die Geschichte, die das Buch erzählt:
    Wir schreiben das Jahr 1965. Lisa aus der Großstadt reist in den Schwarzwald zu den Vogels. Mutter Charlotte Vogel ist eine alte Freundin ihrer verstorbenen Mutter. Da diese sich, auch im Leben, nie richtig um ihre Tochter gekümmert hat, sieht Lisa nun die Chance, sich in einer Familie zugehörig zu fühlen. Denn das ist etwas, das ihr gesamtes Leben gefehlt hat. Doch so einfach ist das natürlich nicht. Denn da ist ja noch Robert, einer der drei Söhne von Charlotte, der allem und jedem gegenüber misstrauisch ist, und in allem Betrug sieht, und seine Familie davor schützen will. Doch auch Charlotte hat Pläne. Ihre drei Söhne sollen nämlich unter die Haube, natürlich nach und nach. Und so sieht sie in Lisa eine potenzielle Schwiegertochter. Die Berge des verschneiten Schwarzwaldes sollen es richten, und so bricht Robert mit Lisa zu einer Tour auf. Doch die Berge im Winter bergen auch Gefahr. Und überhaupt, kommt ja meistens alles ganz anders, als geplant. Lisas Ängste und Roberts Ängste sammeln sich in einer Hütte, und irgendwie entsteht dort eine ganz besondere Atmosphäre. Man meint fast, etwas entsteht, was beide so nie gehabt haben, und nach dem sich beide sehnen. Und wie so oft, in solchen Romanen, geht das Ganze nicht ohne Probleme und mächtige Bedenken voran. Lest also, wie man Nähe aufbauen kann, ohne sich körperlich nah zu sein.
    Cover und Titel:
    Das Cover finde ich sehr passend, weil es winterlich, und trotzdem hoffnungsvoll, und wunderschön aussieht, und uns zeigt, dass Winter nicht immer nur grau und dunkel sein muss, sondern auch mit Helligkeit, Licht, und damit Hoffnung verbunden sein kann. Deswegen auch der schöne Titel des Winterleuchtens. Und der Liliensee? Nun ja. Ich bin mir sicher, der ist im Winter genauso schön anzusehen, wie auch im Frühling oder Sommer. Aber hier erscheint er fast glitzernd winterlich :)
    Fazit und Gedankenallerlei:
    Wir lernen auch hier wieder die Protagonisten unheimlich gut kennen, dürfen in ihr Inneres sehen, fühlen mit ihnen mit. Sie sind uns sympathisch, nicht fremd, sondern erscheinen uns sehr nah. Genauso, wie ich es mag, da mir die Charaktere in den Geschichten immer das Wichtigste sind. Und so liebe ich es, wenn es einem fast so erscheint, als ob man die Menschen kennen würde, obwohl man sie erst kürzlich zu Anfang des Buches kennengelernt hat. Man verbindet mit ihnen die gemeinsame Geschichte, und das gemeinsam erlebte. Sie sind also sehr gut gezeichnet. Lisa die Städterin, die nichts mit Natur am Hut hat (denkt Robert), und Robert der unfreundliche Kerl (denkt Lisa). Dabei ist es ganz anders. Lisa genießt die Natur und die Umgebung, den Wald, den Winter, und vor allem den Liliensee. All die Landschaft gibt ihr Geborgenheit und Frieden und Ruhe. Und wer Natur liebt, der weiß, wie recht Lisa damit hat. Zusammen mit Lisa erleben wir die Landschaften rund um das Forsthaus, genauer gesagt einen Teil des Schwarzwaldes, und fühlen uns durch den Schreibstil mitten hineingezogen. Lisa selbst zeigt sich von einer ganz anderen Seite, als ihr Äußeres annehmen lässt. Sie ist verletzt im Inneren, erscheint wie ein scheues Reh, welches sie aber gar nicht ist, weil da auch Stärke in ihr wirkt. Außerdem mag ich ihre Eigenart, dass sie ständig vor sich hinredet. Etwas, das mir irgendwie bekannt vorkommt. Trotzdem zweifelt sie an sich, und glaubt sich nicht liebenswert, da ihre Mutter sie weggegeben hat, und ihr eigenes Leben über das ihres Kindes gestellt hat, ihrem Kind gegenüber kein Verantwortungsgefühl zeigt. Ich finde es schön, dass Menschen im Buch nicht verurteilt werden, die eine falsche Selbstwahrnehmung haben, sich ungewollt fühlen. Denn viele wissen gar nicht, dass es Menschen mit solchen Störungen gibt, und erst recht nicht, wie mit ihnen umzugehen ist. Weiter habe ich gemocht, dass die Wandlung sichtbar war von Jemandem, der dachte, dass alle ihn nur verurteilen und sich ein Urteil über ihn bilden. Lisa hat sich durchgebissen und eine Wandlung durchgemacht, die mir gefallen hat. Ein Gefühl des gewollt seins und akzeptiert werdens, Respekt und Anerkennung, sind übrigens für jeden wichtig.
    Das Buch beschäftigt sich sehr mit dem Thema der Einsamkeit in all seinen Formen. Der selbstgewählten Einsamkeit, aufgrund von Enttäuschung, und der Einsamkeit, die man sich nicht aussucht, weil man weggestoßen wird. Und natürlich auch ein wenig der Einsamkeit der Natur, denn ja, ich musste unweigerlich beim Buchlesen an einen wunderschönen Winterspaziergang in einer Schneelandschaft denken, in der man einsam und allein seinen Gedanken nachgehen kann, während die Sonne sich in den Schneekristallen spiegelt. Doch wir geraten auch in Familienbande, werden uns durchs Buch bewusst, was Familie einem bedeuten kann, und dass Familie nicht immer die Menschen sein müssen, die mit uns blutsverwandt sind, und die uns weniger familiär erscheinen, wie Menschen, die es gut mit uns. Die Frage nach Familie und Zusammengehörigkeit ist ein ganz zentrales Thema im Roman, das einem beim Lesen selbst dazu bringt, sich irgendwie zu hinterfragen. Denn eigentlich sollte Familie einem Liebe, Schutz, Geborgenheit, und Auffangstation in allen Lebenssituationen sein, und einem vor allem Unheil der Welt beschützen, so dass man immer etwas hat, an das man noch glauben kann, wenn alles andere im Leben schiefläuft. Leider ist das eben nicht in allen Familien so.
    Das Buch spielt in der Gegend um Schiltach und Vierbrücken, am titelgebenen Liliensee. Wenn ich diese Gegend also kennen würde, würde mir sicherlich vieles bekannt vorkommen. So haben mich die Beschreibungen der Umgebung, der Natur, der Landschaft, des Schnees, und die Atmosphäre der Jahreszeit eingefangen, und direkt an diesen Ort gebracht. Zumindest in meinem Kopf. Heißt….die Orte wurden so schön beschrieben, dass man sich mal wieder wegträumen konnte auf Waldwege, Berge, und in die wunderbare Natur. Die Klarheit des Sees ist symbolisch gesehen sehr schön, denn Lisa findet in genau dieser Natur, ihrer Abgeschiedenheit und Ruhe, Klarheit über ihre Vergangenheit und auch Gegenwart, und erkennt, was sie eigentlich im Leben will, und was wichtig ist. Was ich ebenfalls wundervoll finde ist der Schreibstil, die Umschreibungen, und die Bilder, die beim Lesen im Kopf entstehen. Fast wie bei einem Bild, welches man ansieht, während man den Roman liest, und die Leinwand sich mit Bildern und Farben füllt, je mehr der Text und damit die Geschichte voranschreitet.
    Der Geist der damaligen Zeit zieht durch das Buch. Woher ich das weiß? Fragt nicht! Aber wenn man Familienmitglieder hat, die in dieser Zeit gelebt haben, dann bekommt man automatisch immer gesagt, wie schön und unkompliziert, und so viel wärmer die Zeit damals war, wie liebenswürdig die Menschen waren, und dass es keine allgemeine Kälte gab. Was natürlich nicht verallgemeinert werden darf. Damals gab es böse und gute Leute, genau wie heute. Und trotzdem wird der Roman begleitet von einer bestimmten Wärme, in der man sich wohlfühlt, und sich während des Lesens beschützt fühlt. Wie eine kleine Zeitglasglocke, unter der man sicher ist, und die einen eine Zeitreise machen lässt, in der man durch das Buch wandeln darf. Somit ist das Buch zeitlos, die Probleme die gleichen, der zwischenmenschliche Bereich ohne Veränderung. Das gibt einem ein Gefühl von Beständigkeit, und das ist schön.
    Und dann weht durch das Buch noch der Winterwind einer anderen Zeitepoche, der 60 er, selbst wenn diese gar nicht so weit von uns entfernt liegt. Man spürt, dass die Menschen anders gelebt haben, als wir in unserem Heute. Und doch sind die Probleme bei den grundlegenden Dingen wie Liebe, Gefühle oder Familie dieselben. Es strahlt einen gewissen Charme aus. Spielend in der Vergangenheit, gekleidet in die Probleme, die allgegenwärtig in allen Zeiten sind. Sowohl in unserer, als auch in der ferneren Vergangenheit. Man wird durch das Buch in eine Zeit zurückgeworfen, in der alles etwas langsamer voranging als es heute der Fall ist, die aber nicht unbedingt altmodisch erscheint. Denn manchmal ist dieses Langsame vorsichtige doch durchaus schöner anzusehen, als das schnelle Vorpreschen in Liebesdingen, das in seiner Schnelllebigkeit dann genauso schnell wieder zu Ende sein kann. Ich mag diese langsamen Annäherungen in Geschichten, die nicht mit Lichtgeschwindigkeit voranschreiten. Diese Atmosphäre der Vergangenheit ist angenehm, ohne uns direkt darauf hinzuweisen, dass sie schon vergangen ist.
    Der christliche Aspekt ist nicht vordergründig im Buch zu finden, weil sich einfach auch Fragen stellen, die sich jeder Mensch stellen sollte. Wie zum Thema Familie, Zusammenhalt, und wie wir mit Menschen umgehen, über die wir nicht viel wissen. Das hat mir sehr gut gefallen. Zum Beispiel wird das Vertrauen auf Gott angesprochen, aber nicht in derlei Ausmaß, dass es einen stört. Lisa selbst ist durch die Nichtliebe ihrer Mutter bei ihrer Großtante aufgewachsen, die früher Nonne war, und deren Gedanken im Buch gefallen mir ausgesprochen gut, weil sie allgemein gute Ratschläge sind für alle Menschen. Und wer fühlt sich nicht manchmal alleine, und spricht zu irgendwem, oder gar mit sich selbst? Deswegen ist das Buch für alle lesbar. Ob man an Gott glauben mag, oder nicht. Das Buch hat ca. 220 Seiten, was nicht viel ist. Und trotzdem fehlt es der Geschichte an nichts, nichts wurde ausgelassen, alles scheint komplett, und genau so, wie eine Geschichte sein sollte, mit ihrem Anfang, ihrem Ende, und dem, was dazwischen erzählt wird.
    Der Roman fließt nicht einfach nur so dahin, wie ein ruhiger Fluss, steht aber auch nicht still, wie ein See. Irgendwie ist er sogar sehr tiefgehend, vielleicht ja sogar noch tiefgehender, als besagter See auf dem Cover. Denn ich kann die Geschichte weder als leicht dahinplätschernd und locker flockig verbuchen, noch als super ernste Geschichte, die einem keine Freude bietet. Irgendwie ist es eine Symbiose aus humorigen Stellen, die auch leicht ins Nachdenkliche schlittern. Wir haben eine Liebeserklärung an den See. Ruhe, Geborgenheit und menschliche Wärme, gegen Kälte, Anonymität, Einsamkeit, und Lärm der Großstadt, die Wohnort, aber kein Zuhause und keine Heimat ist, wenn man auch dort einsam ist. Ich gebe zu, was mir gefallen hat, das war die heile Welt, die aber nicht überdröselt war. Manche Zeiten bedarf es eben einem Roman zum Wohlfühlen, und das habe ich definitiv getan. Und Hurra. Wer drei Söhne hat, muss sie natürlich auch alle unter die Haube bringen. Nicht wahr, liebe Charlotte? Na gut. Muss man natürlich nicht. Aber es wäre schön, denn das würde bedeuten, dass es noch weiteren Lesestoff der Reihe rund um die Familie Vogel geben würde. Ich bin gespannt und harre der Dinge die da kommen! :). Denn dies ist auch eine Verkupplungsgeschichte, oder eher ein Versuch dessen, aber nur ganz leicht. So leicht, dass man es gar nicht merkt. Was man merkt, sind Verwicklungen, Verwechslungen und Geschehnisse. Und das ist zum einen sehr tiefgehend, zum anderen aber auch sehr humorvoll. Denn in manchen Situationen im Buch kann man einfach nur einen Schelm finden, der einen zu herzhaftem Schmunzeln veranlasst. Doch wie schon erwähnt ist das Buch kein reines Buch einer humorigen Geschichte, sondern auch ein sehr hoffnungsvolles, mit einer Geschichte, die einen definitiv zum Nachdenken anregt und das über eine Menge Dinge. Familie, Alleinsein, Vertrauen, Misstrauen, Respekt, Beständigkeit, Zusammenhalt, Familienbande, Zugehörigkeit und das Gefühl, ungewollt und nicht willkommen zu sein. Oder eben umgekehrt dann sich auch wieder willkommen und geliebt zu fühlen. Von einer Liebe in allen Formen. Nicht nur der Liebe in Beziehungen, sondern auch der familiären Liebe, der Geschwisterliebe, der Liebe zu Menschen, die uns zugehöriger sind als unsere Blutsverwandten, und wahrscheinlich auch ein kleines bisschen der Liebe zu Gott, oder einer Macht, die ihm gleichgestellt ist. In welcher Form, oder an wen auch immer man glaubt in Zeiten, in denen man Hoffnung braucht, und sich alleine fühlt.
    Auch haben wir viele Dinge, die nicht ausgesprochen werden, im Grunde genommen im ganzen Roman. Diese sorgen dann für Missverständnisse, Voreingenommenheit, Vorurteile, und, dass jeder von Allem andere Vorstellungen hat, die sich in seinem Kopf und in den Gedanken bilden. Und DAS wiederum führt……..wieder zu Verwicklungen. Die richtig schönen der Art, wo man sich als Leser gerne gegen den Kopf schlägt, und alle rütteln und schütteln möchte, um sie auf Dinge zu stoßen, die ihnen irgendwie verborgen bleiben, ob ihrer eigenen Gedanken und Denkweisen. Nicht das hier jemand dumm wäre. Nein. Vielmehr denken manche ZU VIEL. Und falsch. Aber wer wäre ich, Denkweisen als falsch zu beurteilen? Alles hat seinen Grund und seine Wege. Auch hier. Selbst wenn der Weg nicht gradlinig ist, sondern mit einigen Umwegen, die einen oftmals auch in verschneite Wälder führen. Das Buch agiert hierbei als Puzzle, oder gar als Kartenspiel, Zug um Zug, oder auch Puzzleteil um Puzzleteil, wächst hier etwas ganz langsam zusammen, das man als stiller lesender Beobachter miterleben kann.
    Robert und auch Lisa, haben in der Vergangenheit seelische Wunden erlitten, und diese tragen sie nicht heraus in die Welt, sondern verheimlichen sie, so gut es geht. Und wieso sollten sie sich gegenseitig auch ihre Leidensgeschichten erzählen? So kommt es, dass beide nur das sehen, was sie wollen, und so entstehen gegenseitige Vorurteile. Lisa sieht in Robert den unfreundlichen Kerl, der irgendwas gegen sie hat, und Robert wiederum sieht in Lisa ein Mädchen, das sich in seine Familie hineinschleicht. Wir als Außenstehende sehen das besser, die beiden in ihrer eigenen Geschichte nicht. Und so, mit etwas Distanz, und trotzdem Nähe zu den Figuren, erkennen wir die Geschichte als das, was es ist. Verwechslungen und Irrungen, und ganz großes Unwissen in Form von Vorverurteilungen, ohne dass man sich besser kennt, und es erst mal auch nicht will. Wir sehen: Ehrlich muss man sein, damit man sich gegenseitig kennenlernen kann. Oh, und zugreifen, wenn das Glück direkt vor einem steht, anstatt zu zögern. Und dann wackeln die Ängste, und zerbröseln, gehen nicht ganz weg, aber dafür die Vorurteile, die sich ebenfalls in Staub verwandeln.
    Und weil die Geschichte mit dreierlei Dingen zu tun hat, dachte ich mir, das heutige Rezensionslied könnte passen. Wir haben die Einsamkeit, die einen erfüllen und durchdringen kann, wir haben die Heimat, die ein Ort oder ein Mensch für uns sein kann, und wir haben den See, den sogar auf dem Cover, den ich einfach mal mit einem besungenen Meeresgewässer vergleiche :D. Weil es dann auch noch in die Zeit des Buches passt, da es aber auch zeitlos ist, fand ich die Vorstellung schön, jemand im Buch könnte vielleicht dazu tanzen :):
    „Lonely rivers flow, to the sea, to the sea. To the open arms of the sea, yeah.
    Lonely rivers sigh, "Wait for me, wait for me". I'll be coming home, wait for me.“
  • 5/5 Sterne

    von
    Einmal mehr ein wunderschöner Roman von Elisabeth Büchle.
    Ich hatte schon nachgefragt, ob es nicht mal wieder ein - von mir schmerzlich vermisstes - "Unter dem...." gibt, aber hier bin ich "gut aufgehoben".
    Eine Förster-Familie im verschneiten Schwarzwald, eine Mutter von drei "heiratsfähigen" Buben, die selbige zu gern "unter die Haube" bringen möchte, ein großartig-kauziger Senior, eine potentielle Schwiegertochter, die durch eine Verwechslung auftaucht, allerlei Trubel samt Schneesturm und sich in Sicherheit bringen, wobei man vom Lesen schon atemlos wird - und Elisabeth Büchle, die einmal mehr ihre Figuren und die Orte so detailgetreu beschreibt, dass sie automatisch beim Lesen vor Augen erscheinen.
    Liebevoll fügt sie Themen zu Verletzungen aus der Vergangenheit ein, zeigt, dass jene heilen können und lässt auch stets den christlichen Glauben einfließen - so behutsam, dass sogar atheistische Bekannte begeistert ihre Romane lesen.
    Das Ende lässt auf weitere Bände hoffen - diesen hatte ich in drei Tagen (besser Nächten) durchgelesen, da ich - wie so oft bei diesen Romanen - einfach nicht aufhören konnte.
  • 4/5 Sterne

    Schönes Buch

    von
    War ein schöner Roman, hat sich gut gelesen. Mir hat noch ein bisschen was zum schmunzeln gefehlt.
  • 5/5 Sterne

    von
    Humor und Romantik im schneeweißen Schwarzwald.
    Der neue Roman „Winterleuchten am Liliensee“ von Elisabeth Büchle entführt den Leser/die Leserin in den winterlichen Schwarzwald im Jahr 1965.
    Im Forsthaus am Liliensee lebt und arbeitet Familie Vogel als Dreigenerationenhaushalt. Dort erwartet Charlotte sehnsüchtig ihr Patenkind, das Kind ihrer verstorbenen Freundin Gerda. Doch wen ihr Sohn Robert vom Bahnhof mitbringt ist nicht die kleine sechsjährige Trudi, sondern eine junge Frau namens Lisa. Wie sich herausstellt ist Lisa ebenfalls eine Tochter von Gerda, aber sie wurde in Frankreich von ihrer Großtante großgezogen. Kommt mit Lisa endlich die ersehnte Schwiegertochter ins Haus? Charlotte versucht so einiges, um ihren Sohn Georg auf Lisa aufmerksam zu machen, doch Opa Johann hat eine andere Idee und kommt damit Charlottes Plänen ganz schön in die Quere …
    Dieser neue Roman der Erfolgsautorin Elisabeth Büchle passt gut in die kommende Jahreszeit und erzählt eine heitere, romantische Geschichte. Doch es wäre nicht Elisabeth Büchle, wenn nicht auch ein paar tiefsinnige christliche Gedanken in die Erzählung einfließen würden. Hier thematisiert sie insbesondere, mit welchen Schwierigkeiten ein Mensch leben muss, der nie das Vertrauen und die Gemeinschaft einer familiären Bindung erfahren durfte. So verbindet sich hier die Leichtigkeit der Geschichte mit der Tiefe von Vertrauen und dem einen Halt, den jeder gläubige Mensch erfahren darf, dass Gott immer da ist und einen nie verlässt. Wie aus ihren anderen Romanen bekannt sein dürfte, schreibt die Autorin in einem leicht lesbaren, fesselnden Stil und so ist es erneut ein Buch, das man erst nach der letzten Seite wieder aus der Hand legt. Dieses Mal gibt es übrigens einen sehr interessanten Cliffhanger. Außer den christlichen Glauben, der immer wieder ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist, fasziniert mich an diesem Buch, in welcher bildhaften Sprache die Autorin schreibt. Es kommt mir jedes Mal so vor, als ob ich kein Buch lese, sondern mir einen Film ansehe und die Bilder noch Monate im Kopf habe. Dazu kommt, dass die Charaktere der Protagonisten nicht nur glaubhaft und realistisch aufgebaut werden, sie haben auch eine so liebenswürdige Art. Hier ist die Figur von Opa Johann einfach großartig gelungen. Jede Familie sollte so einen Opa in ihrem Kreis haben. Vermutlich würde es dann weniger Liebeskummer in dieser Welt geben. Sehr gerne empfehle ich diesen Freude ausstrahlenden Roman für diese dunklere Jahreszeit weiter. Man kann nichts Besseres tun, um einfach mal abzuschalten, als sich in die Geschichte vom Frosthaus am Liliensee zu vertiefen.
  • 5/5 Sterne

    von
    Draussen wird es kalt, man liest auf dem Sofa, eingekuschelt in eine Decke, der Kamin, wenn vorhanden, flackert. Dazu dann ein Wohlfühlroman von Elisabeth Büchle. Ich mag ihre "Winter-Reihe", Romane fürs Herz und mit Tiefgang, mit Protagonisten, die bereits einiges im Leben ertragen mussten, die dann an den verschiedenen Wegkreuzungen im Leben entscheiden müssen, welchen Weg sie einschlagen.
  • 5/5 Sterne

    Eintauchen und wohlfühlen

    von
    Draussen wird es kalt, man liest auf dem Sofa, eingekuschelt in eine Decke, der Kamin, wenn vorhanden, flackert. Dazu dann ein Wohlfühlroman von Elisabeth Büchle. Ich mag ihre "Winter-Reihe", Romane fürs Herz und mit Tiefgang, mit Protagonisten, die bereits einiges im Leben ertragen mussten, die dann an den verschiedenen Wegkreuzungen im Leben entscheiden müssen, welchen Weg sie einschlagen.

    "?????????????? ?? ?????????" ist so eine Geschichte. Es spielt im Schwarzwald im Jahr 1965 (übrigens eine Zeit, in der sich meine Eltern kennengelernt haben, die 1966 geheiratet haben).

    Lisa hat keine einfache Kindheit gehabt, als junge Frau quälen sie nun Selbstzweifel und ihr Selbstwertgefühl ist nicht stark ausgeprägt. Durch ein Missverständnis kommt sie an den Liliensee, zu Familie Vogel. Charlotte Vogel empfängt sie, obwohl nicht erwartet, trotzdem mit offenen Armen. Ihr Sohn Robert vermutet in ihr allerdings eine Betrügerin. Auf einer gemeinsamen Bergtour geraten die beiden in Gefahr....

    Schon von der ersten Seite hat man das Gefühl in diese Zeit und in dieses Forsthaus einzutauchen. Alles ist warmherzig und vor allem so anschaulich beschrieben, dass man einen inneren Film vor Augen hat beim Lesen. Der Roman bietet eine sehr gelungene Mischung aus Humor, Romantik, aber auch tiefgründige Gespräche und Gedankengänge. Klar, man kann sich schon von Anfang an denken, wie es enden wird, aber der Weg dahin ist amüsant und vor allem auch abwechslungsreich beschrieben. Die Protagonisten haben Ecken und Kanten, sie müssen sich verändern, sich öffnen, müssen Vertrauen entwickeln. Es ist eine Geschichte, die vor allem sehr lebendig und warmherzig erzählt wird. Ein Schuss Spannung rundet die Geschichte dann auch ab. Wie alle Romane der Autorin, ist auch dieser ein Roman mit christlichen Werten und Hintergrund. Diese "Grundstimmung", den Glauben mit sicherem Gefühl mit hinein zu verabeiten, das gelingt der Autorin immer sehr gut.


    Wieder einmal ist ihr daher ein perfekter Wohlfühlroman gelungen, den ich wärmstens empfehlen kann. Ich hoffe auf eine Fortsetzung mit Georg, denn Familie Vogel ist mir ans Herz gewachsen.
  • 4/5 Sterne

    von
    Im Mittelpunkt dieses Buchs steht die 23jährige Lisa. Aufgewachsen bei ihrer Großtante in Frankreich, reist sie nach dem Tod ihrer Mutter hoffnungsvoll in den Schwarzwald. Eine ehemalige Freundin der Mutter, Charlotte, ist bereit sich um die Tochter der Verstorbenen zu kümmern. Charlotte ahnt nicht, dass es neben dem sechsjährigen Mädchen, dessen Patentante sie ist, eine weitere Tochter gibt. Umso größer ist das Erstaunen der ganzen Familie als die erwachsene Lisa am Bahnsteig steht, nicht ein kleines Mädchen, das ein Zuhause braucht.
    Schon bald reift in Charlotte ein Plan heran. Mit drei erwachsenen Söhnen sehnt sie sich schon lange nach einer weiteren weiblichen Person im Haushalt. Da ihr ältester Sohn, Robert, nach einer enttäuschenden Beziehung Lisa eher feindselig gegenübersteht, und der Jüngste weg ist zum Studium, versucht sie ihren mittleren Sohn und Lisa zusammenzubringen. Ihre Pläne werden jäh unterbrochen, als Robert und Lisa vermisst werden. Sie werden auf einem Berg von einem heftigen Schneesturm überrascht. Zum Glück gibt es in der Nähe eine Schutzhütte, die mit dem Nötigsten ausgestattet ist.
    Während die Familie besorgt auf die Rückkehr der Beiden wartet, lernen sich Robert und Lisa in dieser Zeit der erzwungenen Zweisamkeit besser kennen. Neben fröhlichem Geplänkel, Kartenspielen und Schneeräumen, werden im Schutz der Dunkelheit auch tiefe Verletzungen angesprochen. Doch auch wenn sie sich besser kennenlernen und ihrer Heilung ein ganzes Stück näher kommen, steht noch einiges zwischen ihnen.
    Diese Wohlfühl-Wintergeschichte fängt die Stimmung einer ländlichen Familie in der Mitte des letzten Jahrhunderts auf. Zarte Naturbeschreibungen lassen die Sehnsucht nach einem kalten Wintertag und warmen Kaminfeuer erwachen.
    Freunde von romantischen Geschichten werden sich an der wachsenden Anziehung zwischen Robert und Lisa freuen. Allerdings wirken die Aussagen manchmal etwas klischeehaft, wenn abgegriffene Beschreibungen wie ein muskulöser Körperbau oder große Rehaugen zu oft eingesetzt werden.
    Doch diese Geschichte lebt nicht nur von einer Romanze. Robert und Lisa lernen sich nicht nur besser kennen, sie helfen sich gegenseitig bei der Heilung ihrer inneren Verletzungen. Dabei erfahren sie mehr über den wahren Heiler, Gott. Besonders eindrücklich ist das Beispiel einer Leinwand oder Schneefläche. Es bleiben zwar Spuren von Verletzungen, aber Gott kann den Schmerz mit weißer Farbe übermalen.
    Fazit: Eine wohltuende Wintergeschichte, die den Leser in eine verschneite Schwarzwaldlandschaft entführt, mit geistlichen Impulsen über die Heilung von Enttäuschungen, die Menschen uns verfügen.
  • 5/5 Sterne

    Knisternde Funken im eisigen Schneesturm

    von
    "Winterleuchten am Liliensee" ist der Auftakt von Elisabeth Büchles neuer Schwarzwald-Reihe und ist im August 2020 bei Gerth-Medien erschienen.



    Die Geschichte entführt uns an einen wunderbaren Ort zu einer liebenswerten und ganz besonderen Familie in die Höhen des Schwarzwalds.

    Dort residiert Charlotte Vogel mit ihrem Ehemann Heinrich, Ihren noch unverheirateten Söhnen und einem etwas schrullig wirkenden aber äußerst sympathischen Opa.

    Als unverhofft Lisa, eine junge Frau aus Frankreich im Leben der Försterfamilie erscheint, wird deren beschaulicher Alltag durcheinander gewirbelt..

    Mein Lese-Eindruck:

    Als begeisterte Schwarzwald Reisende habe ich mich sehr gefreut auf diesen neuen "Wohlfühlroman" und wurde nicht enttäuscht.

    Dieser Roman hat gehalten, was er versprochen hat, und so wurde mir eine sehr entspannende, romantisch-packende Liebesgeschichte geschenkt.

    Zeitlich tauchen wir ein in das Jahr 1965, lernen wunderbare sehr gut ausgearbeitete Charaktere kennen, die im Laufe der Handlung eine persönliche Entwicklung durchleben.

    Besonders Lisa, die eine schwierige Kindheit hatte, gewinnt nicht zuletzt durch ihren Glauben eine innere Stärke, die ihr hilft trotz Widrigkeiten ihren Weg zu gehen.

    Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und sehr angenehm zu lesen.

    Die Geschichte samt Haupt-und Nebenfiguren ist ansprechend und es macht großen Spaß mit Leichtigkeit und Spannung der Handlung zu folgen und durch die Seiten zu fliegen.

    Die Naturbeschreibungen spielen eine große Rolle und spiegeln die Atmosphäre dramatischer Szenen wieder.

    Besonders ein Schneesturm und seine Folgen zeigen sowohl die Faszination der weißen Welt, als auch die Gefahr für Natur und Mensch.

    Und zugleich werden auch die Gefühle der beiden Hauptprotagonisten aufgewirbelt und Vergangenes kommt ans Licht...

    Mein Fazit:

    Ein tolles Buch, das hinter seiner Romantik und Leichtigkeit, tiefe Lebensspuren aufzeigt, Sehnsucht nach Heimat thematisiert und mich mit einem guten Gefühl und der Vorfreude auf die nächsten Bände zurücklässt.
  • 5/5 Sterne

    von
    Knisternde Funken im eisigen Schneesturm
    "Winterleuchten am Liliensee" ist der Auftakt von Elisabeth Büchles neuer Schwarzwald-Reihe und ist im August 2020 bei Gerth-Medien erschienen. Die Geschichte entführt uns an einen wunderbaren Ort zu einer liebenswerten und ganz besonderen Familie in die Höhen des Schwarzwalds. Dort residiert Charlotte Vogel mit ihrem Ehemann Heinrich, ihren noch unverheirateten Söhnen und einem etwas schrullig wirkenden aber äußerst sympathischen Opa.
    Als unverhofft Lisa, eine junge Frau aus Frankreich im Leben der Försterfamilie erscheint, wird deren beschaulicher Alltag durcheinander gewirbelt.
    Mein Lese-Eindruck:
    Als begeisterte Schwarzwald Reisende habe ich mich sehr gefreut auf diesen neuen "Wohlfühlroman" und wurde nicht enttäuscht. Dieser Roman hat gehalten, was er versprochen hat, und so wurde mir eine sehr entspannende, romantisch-packende Liebesgeschichte geschenkt.
    Zeitlich tauchen wir ein in das Jahr 1965, lernen wunderbare sehr gut ausgearbeitete Charaktere kennen, die im Laufe der Handlung eine persönliche Entwicklung durchleben. Besonders Lisa, die eine schwierige Kindheit hatte, gewinnt nicht zuletzt durch ihren Glauben eine innere Stärke, die ihr hilft trotz Widrigkeiten ihren Weg zu gehen.
    Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und sehr angenehm zu lesen.
    Die Geschichte samt Haupt-und Nebenfiguren ist ansprechend und es macht großen Spaß mit Leichtigkeit und Spannung der Handlung zu folgen und durch die Seiten zu fliegen.
    Die Naturbeschreibungen spielen eine große Rolle und spiegeln die Atmosphäre dramatischer Szenen wieder. Besonders ein Schneesturm und seine Folgen zeigen sowohl die Faszination der weißen Welt, als auch die Gefahr für Natur und Mensch.
    Und zugleich werden auch die Gefühle der beiden Hauptprotagonisten aufgewirbelt und Vergangenes kommt ans Licht ...
    Mein Fazit:
    Ein tolles Buch, das hinter seiner Romantik und Leichtigkeit, tiefe Lebensspuren aufzeigt, Sehnsucht nach Heimat thematisiert und mich mit einem guten Gefühl und der Vorfreude auf die nächsten Bände zurück lässt.
  • 4/5 Sterne

    von
    Die Handlung beginnt im Jahr 1965 im Schwarzwald.
    Die 23 jährige Lisa Schwaiger fährt zu Charlotte Vogel, der Freundin ihrer verstorbenen Mutter Gerda. Lisa dachte, sie würde von Charlotte erwartet werden, doch am Bahnhof gibt es eine Verwechslung, weil die Freundin ein sechsjähriges Mädchen genannt Trudi vom Zug abholen wollte.
    Als sich für Lisa herausstellt, dass sie noch eine Halbschwester hat, ist sie im ersten Moment sehr darüber verletzt, dass ihre Mutter das vor ihr verschwiegen und sie somit keine Ahnung von Trudi hatte.
    Charlotte und ihre Familie empfängt sie mit offenen Armen. Sie erkennt schmerzvoll, wie es sein kann, wenn man in einer liebenden Familie lebt. Lisa ist nur dem ältesten Sohn Robert ein Dorn im Auge, doch das hat Gründe, die weit zurückliegen. Beide hatten keine leichte Vergangenheit.
    Lisa sucht nach Liebe und Dazugehörigkeit und Robert versucht wieder Vertrauen zu finden.
    Elisabeth Büchle hat mit dem Buch "Winterleuchten am Liliensee" einen berührenden Winterroman geschrieben. Ihr Schreibstil ist wie immer humorvoll und liest sich über die schöne dynamische Sprache sehr leicht und angenehm. Die Story wird ihre Leser in ihrer Tiefe jedoch auch nachdenklich machen.
    Die Autorin hat wunderbare Charaktere geschaffen, die mir mit all ihren Ecken und Kanten sofort ans Herz wuchsen. Ganz besonders gelungen fand ich den Großvater, der ein pfiffiger Charakter ist und stets etwas im Schilde führt. Der malerische Stil gibt die Atmosphäre des Schwarzwalds in lebendigen Bildern wieder. Ich fühlte die Kälte der Schneemassen im Wald und die Wärme der allzeit liebevollen Familie Vogel beim Essen oder dem Spiel "Binokel", das Lisa mit Robert in der verschneiten Hütte gespielt hat.
    Lisa ist eine gefühlvolle junge Frau, die viele Jahre bei ihrer Tante Camille in Frankreich lebte. Sie ist geradlinig, besitzt Feingefühl und fühlt sich bei der Familie Vogel sehr gut aufgehoben. Doch die schöne Zeit verrinnt nur zu schnell bis zur Abreise.
    Robert ist ein stiller, oft muffiger Charakter. Ganz besonders gegenüber Lisa, denn er hat sich schon einmal die Finger an der Liebe verbrannt. Lisa geht ihm trotzdem nicht aus dem Kopf.
    Einzig der für meinen Geschmack zu häufige Einsatz von Farbmetaphern, die oft als Vergleiche zu menschlichen Gefühlen als Stilmittel eingesetzt wurde, trübt das Lesevergnügen etwas durch die damit verbundene "Schwere", die den ansonsten doch erfrischend schwungvollen Roman in seiner Lesbarkeit herunterzog, was mich dann auch zu einem Punktabzug veranlasste.
    Der Winterroman "Winterleuchten am Liliensee" spendet, von den etwas zu häufigen Farbmetaphern abgesehen, wunderschöne Stunden an Unterhaltung.
    Das Thema "Vertrauen und Liebe" stand im Roman an erster Stelle und wurde sowohl in seiner Ausarbeitung als auch seinem Inhalt recht gut in anspruchsvollem Rahmen dargestellt.
    Einen herzlichen Dank an Gerth Medien für das sehr schöne Leseexemplar.
  • 5/5 Sterne

    von
    Fazit:Lisa wird von ihrer ihr unbekannten Patentante an den Liliensee eingeladen. Doch am Liliensee angekommen, erlebt sie erstmal das Staunen der Familie Vogel. Da scheint eine Verwechslung vorzuliegen. Trotzdem wird Lisa dann doch mit offenen Armen aufgenommen. 
    Schnell lebt sich Lisa ein und mitten in der Familie fühlt sie sich angenommen. Nach ihrer schweren Kindheit ist sie glücklich, solch einen Familienzusammenhalt zu erleben. Lisa hatte selbst keine Familie, sie wurde mit 10 Jahren von ihrer Mutter zur Tante geschickt und hatte seitdem keinen Kontakt mehr. Lisa machte teilweise einen recht selbstbewussten Eindruck, doch häufig kam ihre Verletzlichkeit zum Vorschein. Kein Wunder bei ihrer Vorgeschichte. Ihren Schmerz hat sie tief vergraben und möchte nicht mehr daran rühren. Ich konnte sie sehr gut verstehen und ihre Gedanken und Gefühle nachvollziehen. Ohne ihre liebevolle Tante wäre Lisa wohl eine ziemlich verbitterte Frau geworden.
    Familie Vogel war mir schnell sympathisch, da sie zusammenhalten und füreinander einstehen. Ganz besonders der Großvater konnte mein Herz schnell erobern, da er immer einen leicht trotteligen Eindruck machte, in Wirklichkeit aber den Durchblick hatte und geschickt die passenden Fäden zog. Über den Großvater habe ich mich oft amüsiert, er brachte den passenden Humor in die Geschichte. Mama Charlotte sollte die Leinen dafür mal etwas lockerer lassen, denn sie will ihre Söhne mit aller Macht unter die Haube bringen. Die drei Söhne des Hauses stehen mit beiden Beinen fest im Leben und wissen was sie wollen. Bei Robert gehört allerdings keine Frau zu seinem Leben, da er ein gebranntes Kind ist. Ob sich seine Meinung noch ändert?
    Das Knistern zwischen Robert und Lisa ist schnell zu spüren und ich hoffte die ganze Zeit, dass sie sich gegenseitig eine Chance geben. Ihre Gespräche waren teils amüsant und dann wieder sehr nachdenklich. Diese Mischung hat mir sehr gut gefallen. Ich habe sie gerne auf ihrem Weg begleitet und jede Minute genossen. Lisa und Robert helfen sich gegenseitig ihre Vergangenheit zu verarbeiten und endlich wieder nach vorne zu schauen. Eingeschneit in einer kleinen Schutzhütte können sie einen großen Teil ihrer Zweifel ausräumen. Doch ob das reicht sich gegenseitig ihre Gefühle zu gestehen? Das müsst ihr leider selbst lesen, ich will nicht zu viel verraten.
    Ich hatte schöne Lesestunden mit diesem emotionalen, romantischen und gefühlvollen Roman. Ich konnte tief in die Psyche von Robert und Lisa blicken und ihre Verletzungen und Schmerzen spüren. Auch Hoffnung und Sehnsucht bekamen den passenden Raum. Es war schön die Entwicklung der Charaktere zu erleben.
    Der Schreibstil sorgte dafür, dass ich das Buch schnell und flüssig lesen konnte. Ich hatte das Gefühl direkt vor Ort zu sein und die Wärme und Liebe der Familie Vogel streichelte mich, so wie Lisa. Durch die bildgewaltige Sprache konnten viele Bilder in meinem Kopf entstehen und ich konnte mir die Menschen und auch die Landschaft sehr gut vorstellen. Danke für die schöne Zeit bei Familie Vogel. Ich hoffe jetzt, dass ich sie bald wiedersehe.
    Von mir eine Leseempfehlung.
  • 5/5 Sterne

    von
    Das Buch Winterleuchten am Liliensee von Elisabeth Büchle ist das beste Buch das ich seit langem gelesen habe.
    Die Autorin hat sowohl die Charaktere so wunderbar und liebevoll gezeichnet, dass ich sie mir bildlich vorstellen konnte, hier ist besonders der "gnitze" Opa Johann zu erwähnen. Auch war ich so vom Geschehen gefesselt, dass ich es fast körperlich gespürt habe, wie sich die Protagonisten gefühlt haben. Was mir auch sehr gefallen hat war, dass z.B. das regionale Kartenspiel Binokel erwähnt wurde, was für mich einfach eine runde Sache war und super gut zum Buch gepasst hat.
    Ich freue mich, dass diese Reihe in 4 Bänden angelegt ist und bin schon gespannt, wie es den mir lieb gewonnenen Menschen weiterhin ergeht.
  • 5/5 Sterne

    Das beste Buch das ich seit langem gelesen habe, absolute Kaufempfehlung

    von
    Das Buch Winterleuchten am Liliensee von Elisabeth Büchle ist das beste Buch das ich seit langem gelesen habe.

    Die Autorin hat sowohl die Charaktere so wunderbar und liebevoll gezeichnet, dass ich sie mir bildlich vorstellen konnte, hier ist besonders der "gnitze" Opa Johann zu erwähnen. Auch war ich so vom Geschehen gefesselt, dass ich es fast körperlich gespürt habe, wie sich die Protagonisten gefühlt haben. Was mir auch sehr gefallen hat war, dass z.B. das regionale Kartenspiel Binokel erwähnt wurde, was für mich einfach eine runde Sache war und super gut zum Buch gepasst hat.

    Ich freue mich, dass diese Reihe in 4 Bänden angelegt ist und bin schon gespannt, wie es den mir lieb gewonnenen Menschen weiterhin ergeht.
  • 5/5 Sterne

    von
    Warmherzig und liebevoll, so kommt der neue Roman „Winterleuchten am Liliensee“ von Elisabeth Büchle daher. Schnell fühlt man sich fast als Mitglied der Familie Vogel im Schwarzwald. Die Autorin versteht es ganz hervorragend, beim Lesen des Buches ein warmes, wohliges Gefühl entstehen zu lassen.
    Das Cover passt sehr gut zum Roman und wirkt durch die verschneite Landschaft mit dem See und den Bergen im Hintergrund schön winterlich und verträumt.
    Aber worum geht es überhaupt?
    Lisa eine junge Frau, die in Frankreich bei ihrer Tante aufgewachsen ist und dort auch den Glauben an Gott kennengelernt hat, hatte es nicht leicht in ihrer Kindheit. Im Grunde ihres Herzens sucht sie einen Platz in einer liebevollen Familie, in die sie sich voll mit einbringen kann.
    Nach dem Tod ihrer Mutter kommt es zu einer Verwechslung. Deshalb erwartet Charlotte Vogel eigentlich ihre sechsjährige Patentochter Trudi, doch stattdessen steht Lisa, eine erwachsene junge Frau, vor ihr. Ebenfalls eine Tochter ihrer Freundin Gerda, von der sie aber gar nichts wusste. Trotzdem wird Lisa herzlich von der Familie aufgenommen und Mutter Vogel erhofft sich eine lang ersehnte Schwiegertochter. Bis es aber soweit ist, kommt es noch zu einigen Zwischenfällen.
    Fazit:
    Mit einigem Wortwitz und Situationskomik zeichnet Elisabeth Büchle das Bild einer jungen Frau, die zwar selbstbewusst aber auch verletzlich zart erscheint. Genauso wie sie den ältesten Sohn Robert grüblerisch und vorsichtig, aber auch witzig und mitfühlend vor dem inneren Auge erscheinen lässt.
    Mich hat der Roman mitgerissen, wie schon anfangs beschrieben war ich voll dabei. Der Schreibstil ist locker und bildhaft. Die Personen sind sympathisch und nicht zuletzt die schönen Landschaftsbeschreibungen tun ihr Übriges, um den Roman rund und stimmig zu machen.
    Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und Ich vergebe gerne 5 Sterne.
  • 5/5 Sterne

    von
    Habe es total gerne gelesen und war begeistert von der Charakterzeichnung der Protagonisten. Wer ein Buch zum entspannten Runterlesen, aber doch mit Tiefgang sucht, wird hier fündig.
    Ich möchte nicht viel zur Geschichte an sich sagen, das würde meiner Meinung nach den Lesespaß verderben.
    Aber so viel sei gesagt, besonders gut gefielen mir die Gedankeneinblendungen der Protagonisten. Dadurch bekam ein viel besseres Bild, der sowieso schon sehr schön beschriebenen Charaktere. Denn einerseits spielt die sich anbahnende Liebesgeschichten der beiden Hauptcharaktere eine große Rolle und anderseits aber auch die persönliche Reifung der Charaktere während der Zeit der Sturmprobe.
    Ebenso gefiel mir die detailreiche Beschreibung der Landschaft und Umgebung. Dadurch fühlte man sich gleich Ort und Stelle versetzt und konnte sich richtig gut hineinversetzen.
    Von mir eine klare Kaufempfehlung für das Buch. Freue mich auf die nächsten zwei Bände, worauf das Ende hoffen lässt.
  • 5/5 Sterne

    von
    Diesen Winterroman von Elisabeth Büchle habe ich sehr genossen! Er ist nicht nur stimmungsvoll und romantisch, sondern wartet außerdem auch noch mit einer super sympathischen Försterfamilie mit drei erwachsenen Söhnen auf. Und einer davon soll – wenn es nach Charlotte Vogel, der Mutter der Drei geht – eine Frau finden. Es trifft sich gut, dass Lisa, die Tochter ihrer Jugendfreundin, in dem urigen Försterhaus mitten im Schwarzwald, strandet.
    Die junge Künstlerin fühlt sich sofort wohl im Schoß der Familie Vogel und taut auch schnell auf. Sie ist schlagfertig und liefert sich das eine oder andere Wortduell mit den Familienmitgliedern. Doch innerlich ist sie geprägt von Verletzungen und trägt eine tiefe, schmerzliche Sehnsucht in sich.
    Ein Schneesturm sorgt dann nicht nur für viel Schneefall und tiefe Schneeverwehungen, sondern auch dafür, dass Lisa und der älteste Sohn gemeinsam in einer Berghütte festsitzen. Während sie dort ausharren, erkennt Lisa: Wie der Schnee von Menschenhand verursachte Vertiefungen überdeckt, so überdeckt Gott unsere Fehler und Makel im Lebensbild.
    Mir hat dieser bildhafte Vergleich gefallen. Die Autorin hat generell einen sehr bildhaften und flüssigen Schreibstil und so war es kein Wunder, dass ich das Buch in kürzester Zeit schon durchgelesen hatte. Ich bin auch gerne in das Jahr 1965 eingetaucht, in das tolle Setting. Die Botschaft um die heilende Kraft der Liebe und Vergebung sind das i-Tüpfelchen von diesem Seelenstreichler und ich hoffe, dass Band 2 nicht allzu lange auf sich warten lässt. Es bleiben ja noch zwei Söhne, die unter die Haube müssen. ;)
  • 5/5 Sterne

    Einsamkeit und gute Gemeinschaft

    von
    Hier kommt ein ansprechender Roman der aus der überschaubaren Provinz des Schwarzwaldes im Jahr 1965, bis in das Leben von zeitlich und räumlich weiter entfernten Menschen strahlt.
    Da ist Charlotte Vogel, die mit großer Herzensgüte die Geschicke ihrer Familie mit drei Söhnen ordnet. Sie ist auch dazu bereit, die kleine Tochter einer Freundin aufzunehmen. Nur stellt sich dann heraus, dass Lisa Schwaiger, die der Einladung gefolgt ist, schon erwachsen ist. Charlotte geht freundlich auf sie zu. Der älteste Sohn Robert bleibt allerdings skeptisch, denn er kann sich nicht vorstellen, wie das alles zusammenpasst. Von dem kleinen Mädchen, das ursprünglich erwartet worden war, gibt es auch noch keine Spur. Lisa hingegen genießt das Familienleben und die wohltuende Natur. Sie nimmt sogar den Vorschlag an, mit Robert eine Erkundungstour auf einen Berg zu machen. Das wird jedoch gefährlich, in mehrfacher Hinsicht.
    Ein herzerwärmender Winterroman mit sympathischen Charakteren, die Humor zeigen. Er legt dar, dass herzliche Begegnung und das Anteil nehmen am anderen, notwendig sind. So können sich Dinge klären und alte Verletzungen heilen. Eine Verwechslung wird somit der Ausgangspunkt für ein erneuertes Leben.
    Ich habe dieses Buch mit großer Freude gelesen, mir die landschaftlichen Beschreibungen vor Augen gemalt und mit den Menschen gelacht und gelitten. Das kann man an kalten Wintertagen wirklich brauchen.
  • 4/5 Sterne

    von
    Schwarzwald, 1965: Lisa schneit eines Tages aufgrund einer Verwechslung bei der Försterfamilie Vogel herein und wird liebevoll von fast allen Familienmitgliedern – bis auf den ältesten Sohn Robert – aufgenommen. Er bleibt Lisa gegenüber misstrauisch. Eines Tages unternimmt Robert eine Bergtour mit Lisa. Doch da werden sie von einem Sturm überrascht und müssen in einer Hütte Zuflucht suchen…
    Das Cover sticht sofort ins Auge. Die wunderschöne Naturlandschaft mit dem See, dem Wald und den Bergen ringsum kombiniert mit den Sonnenstrahlen, stehen in wunderbarer Harmonie mit dem Buchtitel. Der winterliche Bergsee leuchtet einem regelrecht entgegen.
    Mit seinen 224 Seiten ist das Buch zwar recht kurz, lässt sich gut lesen und eignet sich auch perfekt als Lektüre zwischendurch – und doch überzeugt es mit einer großen Portion Tiefgang durch seine Charaktere und ihre Geschichte. Die beiden Protagonisten – Lisa und Robert – haben keine leichte Vergangenheit. Lisa ist eine unsichere junge Frau, die sich nach Liebe und Geborgenheit sehnt und Robert hat Mühe wieder jemandem zu vertrauen. Diese Konstellation macht es den Beiden nicht leicht. Die gute Zeichnung der Charaktere hat bei mir dazu geführt, dass ich beide Figuren gut vor meinem geistigen Auge beim Lesen sehen und ihr Handeln verstehen konnte.
    Auch wenn Lisa und Robert jeweils eine schwierige Vergangenheit haben, so versinkt dieses Buch nicht in Melancholie. Die Warmherzigkeit und Lockerheit der Familie Vogel - und damit der Nebencharaktere - sorgt immer wieder für Auflockerung und auch Lisa und Robert überzeugen immer wieder mit Schlagfertigkeit und Witz. Allerdings habe ich bei anderen Büchern der Autorin schon mehr von diesem Witz erlebt. Das hat mir ein bisschen gefehlt.
    Ebenso hat mir auch ein zeitgeschichtlicher Bezug zu den 60er Jahren gefehlt. Es ist zwar verständlich, dass die Geschichte auf diese Weise nicht im Hier und Jetzt spielen kann, aber so ein wirklicher Bezug zum Leben im Schwarzwald im Jahr 1965 oder zu irgendwelchen Ereignissen in diesem Jahr waren leider nicht vorhanden. Da hätte ich mir mehr gewünscht.
    Was mir aber an dem Buch besonders gut gefallen hat, ist die folgende Aussage: „„...Dort oben auf dem Berg habe ich verstanden, dass Gott mit weißer Farbe über ein verunstaltetes Bild malen kann. Und auch wenn ein paar dunkle Flecken durchschimmern, so sind sie doch nicht mehr als ein Mahnmal, das Schwere nicht zu vergessen, sondern es fortan besser zu machen und für das Gute dankbar zu sein...“ Da ich selber male und weiß wie man gerade auch mit Acrylfarben immer wieder Dinge übermalen und somit verändern kann, finde ich den gezogenen Vergleich zum Leben sehr gelungen. Es gibt immer Hoffnung. Auch wenn etwas misslungen ist, so soll man sich davon nicht unterkriegen lassen. Das eigene Lebensbild ist immer noch zu retten – besonders wenn man dem Meistermaler den Pinsel überlässt.
    Ich hoffe ja, dass es ein Wiedersehen mit der wunderbaren Familie Vogel geben wird. Ich habe sie jedenfalls sehr ins Herz geschlossen. Das Buch hat mir gut gefallen und ich empfehle es unbedingt weiter.
  • 5/5 Sterne

    von
    Gerade ist der neue Roman von Elisabeth Büchle erschienen und ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplar erhalten. Das Buch trägt den Titel „Winterleuchten am Liliensee“ und ist ein wunderschöner Liebesroman.
    Lisa reist im Herbst des Jahres 1965 in den Schwarzwald, um ihre angebliche Patentante Charlotte kennenzulernen. Sie freut sich auf den Besuch und hofft dort ihre Vergangenheit verarbeiten zu können. Familie Vogel ist ganz überrascht als eine erwachsene Frau ankommt. Eigentlich hatten sie ein 6 Jahre altes Mädchen erwartet. Bald klärt sich das Missverständnis auf und Charlotte sieht in Lisa die richtige Frau für einen ihrer Söhne.
    Schon nach den ersten Seiten bin ich diese wunderbare Geschichte eingetaucht. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, spannend, warmherzig und fesselnd. Die Protagonisten mochte ich sehr gerne. Lisa ist so eine liebenswerte junge Frau. Ich habe sie sofort in mein Herz geschlossen. Allerdings kämpft sie mit ihrer Vergangenheit und hofft, dass sie hier ein klein wenig Wärme und Geborgenheit findet.
    Die Söhne von Charlotte sind auch sehr nette junge Männer. Georg ist der offene Typ und Robert der Ältere ist ein wenig verschlossen und hadert auch noch immer mit seiner Vergangenheit. Schon einmal hat ihn eine Frau tief verletzt und ganz hat er sich davon noch nicht erholt. Auch wenn es schon Jahre zurückliegt.
    Die Person, die dem Roman immer wieder Würze verleiht, ist Johann, der Großvater von Georg und Robert. Er erkennt sofort für wen Lisa bestimmt ist und er tut das auch immer wieder mit versteckten Anspielungen kund, die der Betroffene natürlich nicht unbedingt versteht oder verstehen will. So musste ich über Johann immer wieder schmunzeln.
    Für mich war es ein gefühlvoller, emotionaler Roman. Ich konnte mich wunderbar in Lisa und Robert hineinversetzen und mit ihnen mitfiebern. Es war so schön zu sehen, wie die Liebe zwischen ihnen immer größer wurde und wie sie beginnen endlich ihre Vergangenheit verarbeiten. Lisa und Robert bekämpfen ihre Zweifel und zwar bei einem spannendem Aufenthalt, eingeschneit in einer Schutzhütte auf dem Berg, über den ich aber nicht mehr verraten will, da dieser Aufenthalt ein wichtiger und emotionaler Teil des Buches ist.
    Ich hatte wunderbare Lesestunden und konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Für mich war das wieder eines dieser besonderen Bücher, aus denen man ganz viel Wärme und Liebe für sich selbst mitnimmt. Elisabeth Büchle hat sich mit diesem emotionalen und gefühlvollen Roman wieder einmal selbst übertroffen.
    Von mir bekommt „Winterleuchten am Liliensee“ 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
  • 4/5 Sterne

    Kurz aber mit Tiefgang

    von
    Schwarzwald, 1965: Lisa schneit eines Tages aufgrund einer Verwechslung bei der Försterfamilie Vogel herein und wird liebevoll von fast allen Familienmitgliedern – bis auf den ältesten Sohn Robert – aufgenommen. Er bleibt Lisa gegenüber misstrauisch. Eines Tages unternimmt Robert eine Bergtour mit Lisa. Doch da werden sie von einem Sturm überrascht und müssen in einer Hütte Zuflucht suchen…
    Das Cover sticht sofort ins Auge. Die wunderschöne Naturlandschaft mit dem See, dem Wald und den Bergen ringsum kombiniert mit den Sonnenstrahlen, stehen in wunderbarer Harmonie mit dem Buchtitel. Der winterliche Bergsee leuchtet einem regelrecht entgegen.
    Mit seinen 224 Seiten ist das Buch zwar recht kurz, lässt sich gut lesen und eignet sich auch perfekt als Lektüre zwischendurch – und doch überzeugt es mit einer großen Portion Tiefgang durch seine Charaktere und ihre Geschichte. Die beiden Protagonisten – Lisa und Robert – haben keine leichte Vergangenheit. Lisa ist eine unsichere junge Frau, die sich nach Liebe und Geborgenheit sehnt und Robert hat Mühe wieder jemandem zu vertrauen. Diese Konstellation macht es den Beiden nicht leicht. Die gute Zeichnung der Charaktere hat bei mir dazu geführt, dass ich beide Figuren gut vor meinem geistigen Auge beim Lesen sehen und ihr Handeln verstehen konnte.
    Auch wenn Lisa und Robert jeweils eine schwierige Vergangenheit haben, so versinkt dieses Buch nicht in Melancholie. Die Warmherzigkeit und Lockerheit der Familie Vogel - und damit der Nebencharaktere - sorgt immer wieder für Auflockerung und auch Lisa und Robert überzeugen immer wieder mit Schlagfertigkeit und Witz. Allerdings habe ich bei anderen Büchern der Autorin schon mehr von diesem Witz erlebt. Das hat mir ein bisschen gefehlt.
    Ebenso hat mir auch ein zeitgeschichtlicher Bezug zu den 60er Jahren gefehlt. Es ist zwar verständlich, dass die Geschichte auf diese Weise nicht im Hier und Jetzt spielen kann, aber so ein wirklicher Bezug zum Leben im Schwarzwald im Jahr 1965 oder zu irgendwelchen Ereignissen in diesem Jahr waren leider nicht vorhanden. Da hätte ich mir mehr gewünscht.
    Was mir aber an dem Buch besonders gut gefallen hat, ist die folgende Aussage: „„...Dort oben auf dem Berg habe ich verstanden, dass Gott mit weißer Farbe über ein verunstaltetes Bild malen kann. Und auch wenn ein paar dunkle Flecken durchschimmern, so sind sie doch nicht mehr als ein Mahnmal, das Schwere nicht zu vergessen, sondern es fortan besser zu machen und für das Gute dankbar zu sein...“ Da ich selber male und weiß wie man gerade auch mit Acrylfarben immer wieder Dinge übermalen und somit verändern kann, finde ich den gezogenen Vergleich zum Leben sehr gelungen. Es gibt immer Hoffnung. Auch wenn etwas misslungen ist, so soll man sich davon nicht unterkriegen lassen. Das eigene Lebensbild ist immer noch zu retten – besonders wenn man dem Meistermaler den Pinsel überlässt.
    Ich hoffe ja, dass es ein Wiedersehen mit der wunderbaren Familie Vogel geben wird. Ich habe sie jedenfalls sehr ins Herz geschlossen. Das Buch hat mir gut gefallen und ich empfehle es unbedingt weiter.
  • 5/5 Sterne

    von
    „...Lisa wusste nicht, was sie denken oder fühlen sollte. Dem Zorn nachgeben, der in ihr schwelte? Dem altbekannten Gefühl, falsch oder gar wertlos zu sein?...“
    Es ist ein Schock für Lisa, als sie erfährt, dass sie eine kleine Schwester hat. Sie selbst wurde mit 10 Jahren von der Mutter mit den Zug nach Frankreich zu ihrer Großtante Camille geschickt. Seitdem hat sie kein Wort mehr von ihrer Mutter gehört. Und nun, im Jahre 1965, ist diese tot. Charlotte, eine Freundin der Mutter, hat nach der Todesnachricht eine Einladung an Trude, die sechsjährige Tochter, ausgesprochen, deren Patentante sie ist. Doch nun steht Lisa vor ihr, die auf ein paar geruhsame Urlaubstage hofft.
    Die Autorin hat einen bewegenden Roman geschrieben. Der Schriftstil ist sehr poetisch und gefühlvoll.
    Charlotte nimmt Lisa liebevoll auf. Sie passt sich schnell der Situation an. Lisa wäre ja eine mögliche Schwiegertochter, denn ihre drei Söhne kriegen das Thema Heirat nicht auf die Reihe. Gut, Robert, der Älteste, ist ein gebranntes Kind. Ralf, der Jüngste, studiert. Georg und Lisa aber wären bestimmt ein schönes Paar. Der Großvater allerdings hat einen völlig anderen Plan. Er ist derjenige, der eine gewisse Leichtigkeit in die Geschichte bringt.
    Lisa ist von ihrer Vergangenheit geprägt. Sie hat es Camille zu verdanken, dass sie nicht am Leben verzweifelt ist.
    „...Ihre Tante Camille hatte ihr beigebracht, ihre Gefühle nicht für sich zu behalten, sich ihnen nicht allein zu stellen, nicht zu versuchen, die Angriffe auf ihr Herz abzuwehren. Bei der älteren Dame hatte es keine wohlformulierten Gebete gegeben […] Camille hatte mit Gott geredet, wie es ihr gerade in den Sinn kam...“
    Lisa sehnt sich nach Liebe und Familie. Sie spürt die angenehme Atmosphäre in Charlottes Familie. Robert ist nach seinen Erfahrungen misstrauisch. Er befürchtet, dass Lisa nicht diejenige ist, für die sie sich ausgibt. Das zeigt er ihr auch.
    „...Sie wollte nicht, dass Robert den Schmerz sah, den seine Worte bei ihr hervorriefen. Schließlich konnte er nichts dafür, dass sie sich ein Leben lang ungewollt geführt hatte...“
    Camille war die einzige, die Lisa ihre Zuneigung gezeigt hat. Die alte Dame aber lebt nicht mehr.
    Mir gefällt die poetische Sprache mit ihren vielen treffenden Metaphern. Lisa betrachtet ihr Leben wie eine Leinwand, auf der jede Enttäuschung einen schwarzen Pinselstrich hinterlässt.
    Robert ist Förster. Auf Empfehlung seines Großvaters nimmt er Lisa mit in die Berge. Dort überrascht sie ein Unwetter. Wieso hat das der Großvater nicht vorhergesehen, der für sein feines Gespür für jede Wetterlage bekannt ist? In einer Hütte finden sie Unterschlupf. Beide haben nun viel Zeit zum Nachdenken. Lisa resümiert:
    „...Vielleicht hat es dich und dieses Unwetter gebraucht, damit ich lerne, was es bedeutet, zu verstehen und zu vergeben...“
    Die Autorin lässt mich ganz tief in die Psyche ihrer Protagonisten blicken. Ich sehe die Verletzungen, aber auch Sehnsucht und Hoffnung. Die Gespräche zwischen Lisa und Robert dagegen haben manchmal fast eine feine humorvolle und spielerische Note. Es sind dann die Gesichtszüge oder die Bewegung, die den Schmerz ausdrücken.
    Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es zeigt, was die Liebe vermag. Mit einer Erkenntnis von Lisa möchte ich meine Rezension beenden:
    „...Dort oben auf dem Berg habe ich verstanden, dass Gott mit weißer Farbe über ein verunstaltetes Bild malen kann. Und auch wenn ein paar dunkle Flecken durchschimmern, so sind sie doch nicht mehr als ein Mahnmal, das Schwere nicht zu vergessen, sondern es fortan besser zu machen und für das Gute dankbar zu sein...“
  • 5/5 Sterne

    von
    Naturbursche und Stadtmädchen
    Schwarzwald 1965, die Försterfamilie erwartet das sechsjährige Patenkind der Mutter, doch am Bahnhof steht nur eine junge Frau – Lisa, die man einlädt ihre Urlaubstage bei der Familie zu verbringen. Während Mutter Charlotte Vogel in Lisa die Gesichtszüge ihrer Freundin erkennt, ist der älteste Sohn Robert sehr misstrauisch: Woher kommt Lisa und was beabsichtigt sie? Mit ihrer freundlichen Art und ihrer Hilfsbereitschaft erobert Lisa die Herzen und schnell versucht Charlotte sie mit einem ihrer Söhne zu verkuppeln. Lisa fährt mit Georg an den Liliensee und mit Robert in die Berge. Ein plötzlicher Schneesturm verhindert allerdings die Rückkehr am Abend. Eingeschlossen in einer Berghütte müssen Lisa und Robert ausharren und miteinander auskommen ...
    Ich kenne schon einige Bücher der Autorin Elisabeth Büchle und habe mich sehr gefreut als ich den neuen Winterroman entdeckte. Zuerst ein großes Lob für das Cover, es ist wunderschön… im Bergsee spiegelt sich die verschneite Landschaft und Sonnenlicht erhellt die Szene. Dies passt sehr gut zum Inhalt des Romans.
    Der Schreibstil von Elisabeth Büchle ist gut zu lesen. Ihre Naturbeschreibungen malen deutliche Bilder vor mein inneres Auge, zB.: „Tautropfen saßen wie Perlen auf Grashalmen und reflektierten die für die Jahreszeit ungewöhnlich helle Morgensonne, klebten an Spinnweben, als wollten sie dafür Sorge tragen, dass die seidigen Fäden, die sonst gern im Verborgenen blieben, an diesem Tag nicht übersehen wurden. Wie filigrane Kunstwerke, im Geheimen entstanden und nun in einer Galerie ausgestellt, die sich Natur nennt.“ (s.S. 31)
    Die Protagonisten sind ebenso liebevoll gezeichnet und man schließt sie schnell ins Herz. Allen voran natürlich Lisa, deren Leben bisher nicht leicht war und die tiefe Verletzungen und Sehnsucht nach Annahme und Familie in sich trägt. Der Familienzusammenhalt der Vogels führt ihr sehr deutlich vor Augen, was sie nie hatte. Ja, die Vogels… Eltern, die sich herzlich zugetan sind, erwachsene Söhne, die ihren Weg gefunden haben, aber (zum Leidwesen der Mutter) noch keine Frau für‘s Leben und der etwas schrulliger Großvater, der mehr sieht als man denkt und der mit kryptischen Äußerungen manches lenkt… Und natürlich spielt auch Gott, der uns liebt, und der Glaube an ihn eine wichtige Rolle im Buch.
    Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Lest selbst! Mich hat das Buch von Beginn an gefesselt, die Dialoge haben mich oft zum Lachen gebracht, mich aber nach nachdenklich zurückgelassen. Ich habe den Roman an nur einem Tag durchgelesen. Und schon jetzt hoffe ich, dass es bald eine Fortsetzung dieser Reihe gibt.
    „Winterleuchten am Liliensee“ ist eine romantische Wintergeschichte… mal nachdenklich, mal witzig und einfach nur schön! Schade, dass man nur 5 Sterne vergeben kann!
  • 5/5 Sterne

    Naturbursche und Stadtmädchen

    von
    Schwarzwald 1965, die Försterfamilie erwartet das sechsjährige Patenkind der Mutter, doch am Bahnhof steht nur eine junge Frau – Lisa, die man einlädt ihre Urlaubstage bei der Familie zu verbringen. Während Mutter Charlotte Vogel in Lisa die Gesichtszüge ihrer Freundin erkennt, ist der älteste Sohn Robert sehr misstrauisch: Woher kommt Lisa und was beabsichtigt sie? Mit ihrer freundlichen Art und ihrer Hilfsbereitschaft erobert Lisa die Herzen und schnell versucht Charlotte sie mit einem ihrer Söhne zu verkuppeln. Lisa fährt mit Georg an den Liliensee und mit Robert in die Berge. Ein plötzlicher Schneesturm verhindert allerdings die Rückkehr am Abend. Eingeschlossen in einer Berghütte müssen Lisa und Robert ausharren und miteinander auskommen...

    Ich kenne schon einige Bücher der Autorin Elisabeth Büchle und habe mich sehr gefreut als ich den neuen Winterroman entdeckte. Zuerst ein großes Lob für das Cover, es ist wunderschön… im Bergsee spiegelt sich die verschneite Landschaft und Sonnenlicht erhellt die Szene. Dies passt sehr gut zum Inhalt des Romans.
    Der Schreibstil von Elisabeth Büchle ist gut zu lesen. Ihre Naturbeschreibungen malen deutliche Bilder vor mein inneres Auge, zB.: „Tautropfen saßen wie Perlen auf Grashalmen und reflektierten die für die Jahreszeit ungewöhnlich helle Morgensonne, klebten an Spinnweben, als wollten sie dafür Sorge tragen, dass die seidigen Fäden, die sonst gern im Verborgenen blieben, an diesem Tag nicht übersehen wurden. Wie filigrane Kunstwerke, im Geheimen entstanden und nun in einer Galerie ausgestellt, die sich Natur nennt.“ (s.S. 31)
    Die Protagonisten sind ebenso liebevoll gezeichnet und man schließt sie schnell ins Herz. Allen voran natürlich Lisa, deren Leben bisher nicht leicht war und die tiefe Verletzungen und Sehnsucht nach Annahme und Familie in sich trägt. Der Familienzusammenhalt der Vogels führt ihr sehr deutlich vor Augen, was sie nie hatte. Ja, die Vogels Eltern, die sich herzlich zugetan sind, erwachsene Söhne, die ihren Weg gefunden haben, aber (zum Leidwesen der Mutter) noch keine Frau für‘s Leben und der etwas schrulliger Großvater, der mehr sieht als man denkt und der mit kryptischen Äußerungen manches lenkt. Und natürlich spielt auch Gott, der uns liebt, und der Glaube an ihn eine wichtige Rolle im Buch.

    Mich hat das Buch von Beginn an gefesselt, die Dialoge haben mich oft zum Lachen gebracht, mich aber nach nachdenklich zurückgelassen. Ich habe den Roman an nur einem Tag durchgelesen. Und schon jetzt hoffe ich, dass es bald eine Fortsetzung dieser Reihe gibt.
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